Im übrigen ist ja Olivers Neuigkeit sehr groß und merkwürdig, und Petra fragt: „Hast du den Mattis selbst gesprochen?”

„Ja.”

„Wen will er nehmen?”

Oliver schweigt eine Weile, dann antwortet er: „Wen er nehmen will?” und schweigt wieder.

„Na ja, das geht mich ja nichts an,” sagt Petra und kommt dann auf die Grütze zurück. „Jetzt ist die Schüssel leer, was sollen wir nun zu Abend essen?”

„Er will die Maren nehmen,” sagt Oliver jetzt.

Petra braucht eine Weile, bis sie es glauben, bis sie es fassen kann, sie wird ganz komisch eifersüchtig und lästert über Maren, spuckt über Maren aus: Ein Weib in Methusalems Alter, eine Magd mit einem Kind! O, es war ein Glück für Oliver, daß er mit dieser Neuigkeit heimkommen konnte, sie zog die Aufmerksamkeit der Frau von allem andern ab, seine eigenen Widerwärtigkeiten traten in den Hintergrund.

Und es war nicht das einzige Mal, daß seine eigenen Angelegenheiten in den Hintergrund traten, in Tagen und Wochen wurde er nicht zur Rede gestellt. Wie Vorsehung und höhere Lenkung deuchte es Oliver: so oft er fürchten mußte, nun komme seine Schmach zur Verhandlung, kam irgend etwas, was ihm aus der Klemme half. Das erste war: Abel verheiratete sich. Nicht mehr und nicht weniger, Abel heiratete. Das war ein großes, ernstes Ereignis, von dem das ganze Haus Oliver vollständig hingenommen war.

Ja, Abel heiratete nun wirklich.

Er bekam zwar nicht gerade das Mädchen, das er gewollt hatte, sondern ein Mädchen von auswärts, ein großes, freundliches Mädchen, Lovise, die Tochter eines Hofbauern. Sie war in seinem Alter, es wurde ein junges Ehepaar, aber beide hatten gute Arme und eine kräftige, breite Brust. Abel hätte schlimmer fahren können, dieser Ausbund, dieser sorglose Geselle! Die ganze Zeit her hatte er nun vom Heiraten gesprochen, und an dem Tage, wo der Vater ihm mitteilte, daß er brotlos geworden sei, beschloß er zu handeln. Er setzte seinen Vater aufs äußerste in Erstaunen, aber diesmal war es gewiß der ganz richtige Einfall.