Er sprach sich über den Tanz aus, das sei gar nichts gegen früher; der Bursche, der dort geschrien habe, könne ja gar nicht Walzer tanzen, nicht die Fersen müßten tanzen, sondern die Zehen, und man müsse die Dame aufheben, daß sie sich nicht kaputt schaffen müsse. Dies sei zu jämmerlich. Er habe gute Lust, hervorzutreten, um ihnen zu zeigen, wie es gemacht werden müsse.

Da lachten alle, die Oliver zuhörten.

„Hoho!” sagte Oliver, das könnte er gut. „Seht die Waden von der dort, ei der Tausend, das sind gute Waden zum Exempel, ich müßte sie nur einmal fassen können. Dann würdet ihr wohl sehen, wie es geht. Tahitaho! Da geht einmal hin und streut den Talg hier auf den Tanzboden!” sagte er, indem er die Tüte auslieferte.

„Talg?” sagten sie.

„Ja, Talg. Solchen hatten wir immer bei uns und streuten ihn hin, wenn der Boden zäh und hart wurde.”

„Ach so,” sagten sie und streuten den Talg auf den Boden.

Oho, nun ging es richtig glatt weg. Der Tanz und die Musik schmolzen zusammen, das wurde ein flotter Walzer, alle Beine waren in wirbelnder Bewegung, alle die Beine drehten sich unaufhörlich im Kreise, um und um ging's. Es war merkwürdig, wie der Talg gut tat.

„Du verstehst deine Sache, Oliver!” sagten sie, und sie hatten Nachsicht mit ihm, solange es ging, weil er ein Krüppel war.

„O, mir kann niemand etwas vormachen,” versetzte er. Und bei der kleinen Anerkennung, die ihm zuteil wurde, rief er wieder hoho! und hatte sich und tat, als könne er nun eine Auferstehungshymne anstimmen. O, du froher Abend! „Seht nur das Mädchen dort, welche Brust sie hat, geht hin und sagt ihr, ich wolle mit ihr reden!”

Das Mädchen kam herbei, Oliver bot ihr die Zuckerwaren an, er war Weltmann bis in die Fingerspitzen und sagte: „Bitte, Fräulein, eine kleine Erfrischung!” Das Mädchen lachte, nahm ein wenig aus der Tüte und schwänzelte fort. Eine andere kam, mehrere kamen, Oliver teilte seine Leckereien aus und redete, blaß und schweißtriefend wie er war, davon, wie sehr sie ihn lockten und reizten. „Dich?” sagten sie kreischend und brachen in lautes Gelächter aus. — „Jawohl, jawohl,” sagte er, „übermäßig reizt ihr mich!” Was es denn schade, wenn er lahm sei? Deshalb sei er doch noch ebensogut. Sie hätten nur sehen sollen, wie sehr sich eine Krankenpflegerin in Italien um ihn bemüht habe und ihn durchaus habe heiraten wollen. Er habe sich nicht retten können vor ihren Küssen und Liebkosungen.