„Soll ich es auf der Esse verbrennen?”

Der Meister überhört die Frage und sagt: „Nur ein paar kleine Säcke; jeder von ihnen hatte einen, es sind Sachen, die sie sich geschnitzt haben. Jawohl, eine Weile haben sie gar soviel geschnitzelt, meist wurden es natürlich nur Klötzchen, aber die einen waren Boote, und die andern waren Ochsen, und einige waren Menschen aus kleinen Klötzen. Wir haben sie aufgehoben, sie waren ihnen gar so wichtig, und jeder hatte sein Säckchen. Daß die auch noch daliegen, es ist unglaublich! Ich will sie mit hinaufnehmen und sie natürlich in den Ofen werfen.”

Abel bietet sich an, sie hinaufzutragen, aber der Meister geht selbst mit seinen kostbaren Säcken nach oben.

Dann arbeitet Abel weiter. Ein Mann tritt herein und will ein paar neue Wagenräder beschlagen haben; einem Prahmführer ist seine eiserne Kette entzwei gegangen, sie könne doch wohl sofort zusammengeschweißt werden. Abel schweißt eifrig. Er sagt zu seinem Vater: „Wenn du Zeit hast, könntest du die Beschläge hier ein wenig putzen.” Das ist ihr Ton untereinander, freundliche Zwiesprache wie früher, kein Befehlston. Und der Vater bekommt sicherlich nicht den Eindruck, als treibe er sich nur müßig in der Schmiede herum, sondern er ist da und dort notwendig und erwidert: „Ich werde mir die Zeit dazu nehmen.”

Dann feilt Oliver die Beschläge blank, und es sind Henkel und Eckbeschläge für eine Truhe. Sie kommt aufs Land hinaus, wo die Leute noch solide Schmiedearbeit für ihre verschlossenen Truhen und Kisten verlangen.

Und der Tag vergeht in der Schmiede, vergeht unter Arbeit und Zwiesprache zwischen Vater und Sohn. Am Vormittag hat die Blaumeise auf dem Weg zum Kaufmann in die Schmiede hineingesehen, da haben sie sich zu dritt unterhalten. Da die Blaumeise ein helles Kleid trägt, steht Abel von dem Kohlenhaufen auf und ladet sie zum Sitzen ein; nachher behauptet er, sie habe einen Schmutzfleck auf der Stirn und drückt einen rußigen Finger gerade auf die Stelle. Da muß der Vater ja den Taschenspiegel herausziehen.

Sie sind vergnügt zusammen, keines ist dem andern im Wege, als die Blaumeise wieder fortgeht, wird sie vermißt.

Am Abend will Oliver auf den Fischfang hinaus, es hat leicht zu regnen angefangen, es ist also günstiges Wetter zum Fischen. Abel trifft mit dem Vater im voraus Abrede und kauft ihm den erhofften Fang ab. „Wenn du zurück bist, hänge ein nettes Fischbündel an die Küchentür von Stadtingenieurs. Was willst du dafür?”

„Nichts will ich dafür,” erwidert der Vater.

„Oho, du möchtest wohl lieber anklopfen und eine tüchtige Bezahlung vom Stadtingenieur selbst verlangen,” scherzt Abel. „Aber davon will ich nichts wissen,” sagt er. „Hier sind zwei Kronen, mehr gibt's nicht!”