„Mein Vater? Was ist das für ein Schiff?”
„Geh und hol' deinen Vater! Du kannst dich darauf verlassen, daß er ein Protokoll aufnehmen und alles an Bord versiegeln muß.”
„Ich frage, was das für ein Schiff ist!”
Oliver befahl ein paar kleinen Jungen am Bollwerk, den Konsul zu holen, und erst als dies getan war, wendete er sich an den jungen Scheldrup und erklärte: „Ja, denn dies ist ein Däne und ein Ausländer, soweit ich es nach verschiedenen Sachen beurteilen kann.”
Dann kam der Konsul, C. A. Johnsen kam selbst, und die Menge machte ihm Platz. Er kam ein wenig zögernd daher, wie ein Mann, den nicht jedermann holen lassen konnte; aber er hatte ja auch einen überlegenen Kopf und verstand schnell alles, ein paar Fragen genügten für ihn.
„Ich komme mit einem seltenen Gast!” äußert Oliver. Der Konsul heftete seine braunen Augen auf das Schiff, und es machte ihm keinen überwältigenden Eindruck, es war kein Dampfschiff, es war nicht seine eigene „Fia”. Er ließ sich durch den jungen Scheldrup Schreibgeräte kommen und nahm Erklärung und Protokoll auf.
Es dauerte eine Stunde, aber die Menge wartete. Die halbe Stadt war nun am Bollwerk versammelt, Petra war auch da, ebenso der Rechtsanwalt Fredriksen. Dieser sagte: „Wer ist der Held, der das Schiff geborgen hat?” Der junge Scheldrup erlaubte sich einen Scherz und sagte: „Oliver — falls Sie eine Rede halten wollen!” Der junge Scheldrup scherzte auch mit Petra, dieser Grünschnabel fing an, sich etwas zu erwachsen zu gebärden. — „In meinen Augen ist das nun eine Seemannstat,” sagte Rechtsanwalt Fredriksen.
Jawohl, eine Seemannstat! Oliver kam in die Zeitung dafür, und viele Leute sprachen davon. Oliver selbst machte keine große Sache aus dem Ereignis, er mußte den Landkrabben alle Einzelheiten erklären, überhob sich aber nicht, äffte nicht die Honoratioren der Stadt nach und machte sich nicht lächerlich. Natürlich war Oliver selbst außerordentlich befriedigt von seiner Mannestat, er ging gleich hin und verlangte einen neuen Anzug, den hatte er verdient. Samt und Seide waren nicht nach seinem Geschmack, aber einen blauen Seemannsanzug, den könne ihm niemand mißgönnen. „Wie es zuging?” sagte er zu den Landratten. „Ganz genau, wie wenn du auf einem Spaziergang bist und findest einen goldenen Ring und hebst ihn auf.” Ach, da lachten alle über seine Scherzhaftigkeit: so leicht war es nun doch nicht, eine Seemannstat auszuführen! Er war wie ein König, der zu seinem Volke niederstieg und sich leutselig erwies, und er übersah nicht die andern, die nur daheim saßen, während er das Schiff barg.
Aber schon nach einigen Tagen mußte er etwas mehr daraus machen; zum Fischer Jörgen sagte er: „Du weißt, ich wollte Treibholz fangen. Da war es, als ob jemand zu mir sagte, ich solle weiter hinausrudern, immer weiter hinaus. Es war genau, wie wenn es mir eingegeben worden wäre.”
Ja, Jörgen nickte nachdenklich bei diesen Worten, denn vieles sei verborgen in der Natur, meinte er.