„Meine Türen will ich wieder haben!” sagte Mattis.

„Wie?” versetzte Oliver. „Was hast du gesagt? Die Türen?”

„Ich will sie wieder haben!” zischte der Schreiner. „Ich hab' dich dafür bezahlt. Sie gehörten mir, die Türen! Verstehst du mich nicht?”

Bei einer solchen Unvernunft wurde Oliver eine Weile ganz stumm, und dann antwortete er nur: „Du hast mir die Türen geschenkt. Und das konntest du schon tun, nach all dem, was wir zusammen gehabt haben.”

Mattis warf das Handwerkszeug weg und richtete sich gerade auf: „Zusammen gehabt? Ich will nicht das allerkleinste Bißchen mit dir zusammen haben. Nein. Nicht so viel, als unter den Nagel geht. Was hab' ich denn davon? Nein, es ist, wie ich gesagt habe: wenn es so ist, daß die Nasenflügel bei den Menschen heraus- und hineingehen, dann sollst du nichts mit ihnen zu tun haben. Und zum Kuckuck, ich will nicht mehr, daß du dich hier bei mir herumtreibst, und meine Türen will ich auch wieder haben!”

Was für eine Unvernunft! Oliver war in ganz friedlicher Weise hergekommen und wollte ein wenig Mitgefühl haben, und nun wurde er im Gegenteil hinausgejagt. „Es muß irgend etwas mit Petra nicht in Ordnung sein,” dachte Oliver. Er sagte: „Wenn du irgendeine Widerwärtigkeit und Schändlichkeit von seiten des Weibervolks erfahren hast, so ist es erst, nachdem ich sie hätte haben sollen. Ich hab' nichts dabei zu tun.”

Der Schreiner nahm seine Arbeit wieder auf und lachte wütend vor sich hin. „Sie meinten wohl, sie könnten mich jetzt dazu kriegen!” murmelte er.

„Wovon redest du da?” fragte Oliver.

„O, es ist so fuchsschlau von euch allen miteinander ausgedacht!” fuhr der Schreiner fort und lachte noch bitterer vor sich hin. „Aber der Mattis hat sich vorgesehen! Der Mattis will nicht,” sagte er.

Oliver wartete eine Weile mit der Hand auf der Türklinke, ob noch mehr kommen würde. Zu seiner Verwunderung sah er, daß der Schreiner nun weinte, sein Körper zitterte. Als Oliver die Tür öffnete, hörte er hinter sich eine undeutliche Stimme sagen: „Nun kannst du sie haben! Und ich komm' und hol' mir meine Türen wieder.”