„Wieso?”

„Ja, er war nicht der Mann, der in der Stube saß und faulenzte. Er schaffte früh und spät und war überdies umgänglich.”

Oliver lächelte spöttisch. Der Vater umgänglich! Jawohl! Das war so recht frauenmäßig: wenn man tot und begraben war, dann jammerten sie um den, den sie verloren hatten. Oliver erinnerte sich von seiner Kindheit her wohl noch an alle die Prügeleien zwischen Vater und Mutter; oho, das waren keine Kleinigkeiten gewesen!

„Ja, jetzt sitzt du da und pfeifst dir eins,” sagte die Mutter, „und hast den Schäferhut schief auf dem Kopf und scherst dich um nichts. Ich möcht' wohl wissen, wie du dir denkst, daß es weitergehen soll.”

„Für mich selbst hab' ich keine Angst,” entgegnete er. „Gott bewahre! Jetzt fahr' ich wieder aufs Meer hinaus. Im übrigen hab' ich daran gedacht, mich um eine Stelle beim Leuchtturm zu bewerben.”

Einen großen Eßkober gab es diesmal nicht, aber Jörgen lieh ihm sein Boot, er nahm Fischgeräte mit, sowie einen Kochtopf, und dann ruderte er hinaus. Er hatte wohl im Sinn, zum Lebensunterhalt zu fischen. In den drei Tagen, die er draußen zubrachte, war auch die Mutter abwesend; sie war einfach fortgegangen; als Oliver heimkam, war das Haus leer.

Er hatte diesmal kein besonderes Glück gehabt, nicht einmal einen ordentlichen Vorrat für sich hatte er gefangen. Da setzte er einen Topf mit Kartoffeln auf den Kochofen.

Nun, er war immerhin nicht nur so ins Blaue hineingefahren, sondern hatte eine tüchtige Ladung Treibholz im Boot und außerdem ganz im geheimen eine gute Prise Eiderdaunen in der einen Achselhöhle, jawohl, und es waren träge, sorglose Tage gewesen, die er draußen vor den Inseln zugebracht hatte.

Nachdem er die Kartoffeln verzehrt hatte, war er ganz befriedigt; er ging wieder hinunter an das Boot und verkaufte den größten Teil seiner Holzladung an Leute, die mit einem Krüppel nicht feilschen wollten. Da hatte er nun wieder bares Geld in der Tasche.

Ein Tag um den andern verging.