„Ja ja, das ist nun etwas, das mich nichts angeht,” sagte er, um ihr zu zeigen, wie fern sie und ihre Angelegenheiten ihm lagen.
„Ich hab' gelesen, was von dir in der Zeitung stand,” fing sie wieder an.
Nun hätte er wohl dankbar dafür sein sollen, daß sie von ihm in der Zeitung gelesen hatte, aber nein. Was war nur in Oliver gefahren? Ganz verändert, ganz wie ausgewechselt, fast ein anderer Mensch war er geworden. Sie verstand ihn gar nicht mehr und versuchte es auf verschiedene Weise mit ihm, schließlich fragte sie, ob sie nicht die Zeitung entlehnen könnte; sie möchte den Artikel gern noch einmal lesen.
Es zeigte sich, daß er das Blatt bei sich trug, er zog es wohl in einer Tüte eingepackt aus der Tasche und sagte: „Du kannst es mitnehmen, aber ich will es wieder haben.”
Ein paar Tage später gegen Abend kam Petra wieder in Olivers Haus, und es war ein Sonntag, da war sie noch feiner angetan. Er hatte sie vielleicht erwartet, darum hatte er einige treuherzige Vorbereitungen getroffen: zuerst fegte er den Fußboden und wusch die Ofenplatte, dann trug er die ungewaschenen Tassen und Töpfe in den Anbau hinüber. Der Zufall kam ihm auch zu Hilfe. Er hatte wahrhaftig ein paar kleine italienische Münzen in der Tasche seiner alten Weste gefunden, die warf er nun auf den Tisch, da konnten sie Staat machen. Dann setzte er sich an den Tisch, um zu duseln. Als Petra kam, streckte und reckte er sich gleichgültig.
„Ich bring' dir das Blatt wieder,” sagte sie. Sie konnte das Stück auswendig und sagte es her; ja, da höre er, was das Blatt sage, es sei ein ausgezeichnetes Stück, er könne weit in der Welt damit herumrennen.
„Ich bin schon weit in der Welt herum gewesen,” erwiderte er, und der Kamm schwoll ihm.
„O ja, das fehlt nicht. Wer hat den Fußboden aufgewaschen?”
Was ging das Petra an? Kam sie, um sich über ihn zu erheben? Er antwortete lauernd: „Die Mädchen.”
„Was für Mädchen?”