„Ja ja,” sagt er zu seiner Mutter, der Witfrau, die mit den Händen unter dem Umschlagetuch am Bollwerk steht. „Ja ja, dann schreib ich dir vom Mittelmeer aus.”
Flott gesagt, sehr erwachsen gesprochen. Und so spricht er auch noch mit mehreren am Land, mit den Mädchen, mit Petra, die er nun verlassen muß.
„Und vergiß nicht, im Garten zu gießen!” sagt er weiter. Aber das war wohl nur ein Scherz von Oliver, und er meinte nichts damit, denn Gott und alle Welt wußten ja, daß er keinen Garten hatte, sondern die Mutter säete nur ein wenig Karotten und Rüben die Hausmauer entlang.
Ein schwaches Lächeln flog über das Gesicht der Mutter, sie kannte ihren Sohn. Böse gemeint? Gott bewahre! So ein Scherz war nicht böse gemeint. Die Mutter wußte nur Gutes von dem Sohne zu sagen, er hatte gute Anlagen und gebrauchte sie in netter Weise.
Der zweite Steuermann kommt einen Augenblick nach vorne; auch er hat wohl ein Mädchen am Ufer stehen. „Schieß die dort auf!” sagt er übertrieben befehlshaberisch, indem er auf eine Leine deutet.
Oliver schießt die Leine auf. Er wäre übrigens gerne eine Minute an Land gegangen, nur eine halbe Minute, um seinem Mädchen eine Tüte Rosinen, die er in der Tasche hat, zu geben. Ganz notwendig hätte er an Land gehen sollen. Aber er will sich jedenfalls auch von da, wo er steht, geltend machen.
„Carlsen!” ruft er, und damit meint er den Schmied Carlsen. „Gut, daß ich Sie sehe! Ich bin Ihnen die Bügel für meine Dachrinne noch schuldig.”
Carlsen ist in Verlegenheit, weil aller Augen auf ihn gerichtet sind, und er sagt:
„Laß das nur, du brauchst dich nicht aufzuhalten, es hat Zeit, bis du wiederkommst.”
Aber Oliver hat schon den Geldbeutel gezogen und reicht das Geld über die Reling weg. „So viel war es wohl?” fragt er.