Der Doktor fährt fort, als habe er die Frage nicht gehört: „Denn wenn ein Mann wie Konsul Johnsen sich ihrer bedient, dann muß sie sehr brauchbar sein.”
„Die Gesellschaftsmoral? Wieso?”
Ein langes, gewichtiges Schweigen entsteht; der Doktor hat keine Lust, etwas zu sagen, über das man verächtlich lächeln könnte. Und er will sich auch nicht in eine Erörterung mit Henriksen einlassen, deshalb äußert er nur im allgemeinen über die Versammlung hin: „Es ist eine Verleumdung, daß Geschäft und Ausbeutung miteinander verwandt seien.”
„Aber nun hab' ich doch noch nie —!” ruft Henriksen verwundert, und er zieht die Augenbrauen in die Höhe, ganz genau so, als ob das eben Gehörte großartig wäre.
Aber nun war ja Konsul C. A. Johnsen unantastbar, vielleicht nicht in jeder Hinsicht ein Muster, aber ein tüchtiger, großer Mann. Der Volksmund nannte ihn den Ersten Konsul, zum Unterschied von den Konsuln, die später gekommen waren und nicht viel bedeuteten.
Konsul Johnsen antwortete: „Geschäft ist Arbeit, die ihres Lohnes wert ist.”
„Das meine ich auch. Deshalb ist es auch nicht richtig, daß Geschäft Spekulation genannt wird.”
„Doch, gewissermaßen. Wir spekulieren alle. Ehe ein Doktor Doktor wird, spekuliert er auch, er denkt sich aus, daß dies sein Lebenswerk sein soll und strebt danach. Schütteln Sie den Kopf?”
„Jawohl, den ganzen Kopf.”
„Haha!” lacht die Frau des Doktors.