„Medizin, das ist eine Wissenschaft,” erklärt der Doktor. „Aber ob die Fia wenig verdient oder ob die Fia viel verdient, das —”

„Wollen Sie nicht weiter sprechen?”

„Doch, das ist nicht mehr als billig. Das ist ungefähr so etwas, wie das Geschäftsverfahren der Fia, das die Leute — Spekulation nennen. Nach meiner Ansicht mit Unrecht.”

„Dann sind ja alle einig,” versuchte der Postmeister, der immer gute Mann, einzulenken.

„Ich werde ihm das eintränken für sein ungewaschenes Maul,” unterließ der Konsul zu äußern. Er gesellte sich unauffällig zu Frau Henriksen und sprach mit ihr; sie war eine junge hübsche Frau, aus der Tiefe des Volkes hervorgegangen wie ihr Mann auch, Mutter von zwei kleinen Mädchen in der Tanzstunde, aber doch noch nicht dreißig Jahr alt. Konsul Johnsen war ritterlich gegen sie und recht unterhaltend, ja bisweilen sprach er überaus leise, damit die andern es nicht hören sollten. Seht, der Konsul hatte es wohl im täglichen Leben nicht so sehr angenehm und herzerfreuend, er mußte die Gelegenheit benutzen. War er nicht eine Kraftnatur, etwas ergraut zwar, aber noch ein Mann? Es ärgerte ihn, daß sein großer Sohn Scheldrup hier dabei war und zuhörte: „Geh voraus und laß alles herrichten!” sagte er zu Scheldrup.

Ei, und Frau Henriksen? So ungeheuer geehrt durch die Begleitung, die sie an diesem Abend bekommen hatte und durch all das Schöne, das sie zu sehen bekommen würde, wenn sie zum Ersten Konsul kam, das war ein Erlebnis, ein Übererlebnis!

„Wollen Sie mir etwas versprechen?” fragte sie.

Da ritt ihn der Teufel, er wurde keck gegen die Dame und antwortete: „Ich wage Ihnen kein Versprechen zu geben.”

„Aber — warum nicht?”

„Ein Versprechen? Ihnen? Ich würde es ja nur halten müssen.”