Nun übergab er Jörgen für alle Zukunft seinen Platz drunten am Bollwerk, den Platz, den Oliver den Fischmarkt nannte. „Nimm nur alles miteinander, die Kisten und den Platz, und wohl bekomm's! Du hast mir manches Gericht Fische gegeben, wenn ich elend war und nicht auf die See hinaus konnte,” fügt er noch hinzu und tut dabei gerührt. „Was mich nun anbetrifft, so hab' ich mit den Meinigen jetzt das tägliche Brot, und was weiter brauchen wir Menschen denn zum Exempel? Und deine Kinder und meine Kinder, Jörgen, sie lassen sich gut an, und der Frank geht in die höhere Schule und wird immer gelehrter, es ist ein wahres Wunder, er kann das Deutsche lesen, sobald er es nur vor Augen hat.”

Jörgen bestätigt mit einem Kopfnicken, daß auch seine eigenen Jungen und Mädel mit hoher Achtung von Frank sprechen.

„Ja, es ist ganz außerordentlich, fast wie in einem Geschichtenbuch! Er kann jede Stelle bekommen, die er nur will, er kann geradeswegs auf eine Bank, auf ein Kontor; das fehlt gar nicht. Wenn du ein klein wenig wartest, Jörgen, dann gehen wir zusammen heimwärts.”

Oliver zog ein Taschentuch heraus, rieb das Schweißleder in seinem Hut damit ab, ebenso Mehl und Staub von seinem Gesicht, er bürstete seine Schuhe und seine Kleider und ließ Jörgen warten. Er wollte wohl Jörgen gerne merken lassen, daß er nicht mehr derselbe wie früher war, daß seine neue Stelle nicht die des ersten besten sei. Dann schließt Oliver die Lagerhaustür für diesen Tag ab; sie knirscht durchdringend in den Angeln, aber das ist ein freundlicher Laut für Oliver, der abendliche Schwanengesang einer Lagerhaustür. Er steckt den schweren Schlüssel in die Tasche, und dann ist er fertig.

Sie gehen heimwärts. Jörgen trägt ruhig seine Ölkanne und hört Olivers Reden zu, die einfach und eigentlich demütig, aber voller Prahlerei sind. „So, du willst dein Haus anstreichen?”

„Ja.”

„Du bist glücklich, daß du das selbst tun kannst. Ich muß mir nun Maler nehmen, um meines anstreichen zu lassen, selbst hab' ich keine Zeit dazu.”

„Nein.”

„Aber ich kann nichts anderes sagen, es hat sich für mich recht günstig gewendet, ich kann anstreichen und aufputzen lassen, wie es gerade nötig ist. Es kostet zwar, aber da ist nichts zu machen.”

Jörgen hat etwas auf dem Herzen und sagt: „Wir müssen versuchen, unsere Jungen mehr daheim zu halten.”