So etwas hat der Schulmeister noch nie gehört, niemals. „Ach, aber darüber müßte ein Mann wie Sie, Herr Konsul, erhaben sein, himmelhoch darüber stehen müßten Sie. Alle besseren Elemente in der Stadt sind auf Ihrer Seite.”
Sie beraten weiter darüber, der Konsul ist immer noch nicht ganz beruhigt wegen möglicher Klatschereien, wegen der allgemeinen Beurteilung, aber schließlich gibt er nach und sagt: „Ja — eine Handreichung muß ich wohl gewähren.”
Jetzt war vielleicht der Schulvorsteher ein wenig unruhig geworden, aber er gibt seinem Gefühl in vorsichtiger Weise Ausdruck. „Tausend Dank, Herr Konsul, ich wußte es ja, daß ich nicht mit leeren Händen abziehen müsse. O, hier ist Gelegenheit für Leute von Macht, Größe zu zeigen. Sonst gehen diese ungewöhnlichen Anlagen für das Geistesleben und das Land verloren.”
„Ja, sagten Sie denn nicht, Sie möchten eine Handreichung?” fragt der Konsul.
„Doch. Allerdings, in einem Umfang, den Sie Handreichung nennen, Herr Konsul. Es handelt sich also um eine jährliche Unterstützung während der Studienzeit des Jungen.”
Nein, so weit zu gehen, daran hatte der Konsul wohl noch nicht gedacht. Er sagt: „Ach so!” und schüttelt den Kopf.
In diesem Augenblicke klopft es mit einer behandschuhten Hand an die Tür. Frau Konsul Johnsen tritt ein und sagt: „Entschuldige, ich gehe gleich wieder.”
Ach, war es nicht das Schlimmste, was dem Konsul widerfahren konnte, daß gerade jetzt seine Frau dazu kam! Und der Schulvorsteher mußte sie ja in seiner Einfalt sofort in den großen Plan über den Jungen Frank einweihen. „So,” sagte Frau Johnsen; „ach so,” sagte sie.
Aber gerade ihre Gegenwart sollte dem Plane zugute kommen. Auch Frau Johnsen hatte an diesem Tage, wo sie noch einmal so viel geworden war als andere Frauen, etwas Großes im Sinne, sie sah ihren Mann an und sagte: „Ja, hier wirst du wohl eintreten müssen.”
Da fühlte sich der Konsul merkwürdig erleichtert, er hatte also ganz einfach seine Frau als Verbündete bei einer Wohltat gegen die Familie Oliver. „Es ist ein großes Glück, wenn man eine verständnisvolle Frau hat,” sagt der Konsul. „Ich wollte gerne hören, wie du darüber denkst, Johanna.”