Es wurde zehn Uhr und ich ging zur Redaktion hinauf. Ein Mann, die Schere genannt, durchwühlt einen Stoß alter Zeitungen, der Redakteur ist noch nicht gekommen. Auf Aufforderung liefere ich mein großes Manuskript ab, lasse den Mann ahnen, daß es von mehr als gewöhnlicher Bedeutung sei, und lege ihm inständig ans Herz, es dem Redakteur persönlich zu geben, wenn er käme. Ich wolle mir dann später am Tag selbst den Bescheid holen.
Gut! sagte die Schere und fing wieder mit den Zeitungen an.
Ich fand, daß er es etwas zu ruhig nahm, sagte aber nichts, nickte ihm nur gleichgültig mit dem Kopf ein wenig zu und ging.
Nun hatte ich Zeit. Wenn es nur aufklaren wollte! Es war ein rein elendes Wetter, ohne Wind und ohne Frische; die Damen benützten der Sicherheit halber Regenschirme, und die Wollmützen der Herren sahen komisch und traurig aus. Ich machte abermals einen Schlag zum Markt hinüber und sah mir Gemüse und Rosen an. Da fühle ich eine Hand auf meiner Schulter und wende mich um, die „Jungfer” wünscht mir guten Morgen.
Guten Morgen? antworte ich fragend, um gleich sein Vorhaben zu erfahren. Ich hielt nicht viel von der „Jungfer”.
Er sieht neugierig auf das große, nagelneue Paket unter meinem Arm und fragt:
Was haben Sie da drin?
Ich bin bei Semb gewesen und habe Stoff zu einem Anzug gekauft, entgegne ich in gleichgültigem Ton; es paßte mir nicht mehr, weiterhin so schäbig herumzugehen, man kann doch auch zu geizig gegen sein Äußeres sein.
Er sieht mich an und stutzt.
Wie geht es übrigens? fragt er langsam.