Hier blieb ich stehen und beschloß umzukehren. Ich war von dem Marsch warm geworden und ging langsam und sehr niedergedrückt zurück. Ich begegnete zwei Heuwagen, — die Fuhrleute lagen flach oben auf der Last und sangen, beide barhäuptig, beide mit runden, sorglosen Gesichtern. Ich ging weiter und dachte bei mir selbst, daß sie mich anreden würden, mir die eine oder andere Bemerkung zuwerfen oder mir einen Streich spielen würden, und als ich ihnen nahe genug gekommen war, rief der eine mich an und fragte, was ich unter dem Arm trage.

Eine Bettdecke, antwortete ich.

Wieviel Uhr ist es? fragte er.

Ich weiß es nicht genau, ungefähr drei Uhr, glaube ich.

Da lachten die zwei und zogen vorbei. Im selben Augenblick fühlte ich den Hieb einer Peitsche an meinem einen Ohr. Mein Hut wurde heruntergerissen. Die jungen Menschen konnten mich nicht vorbeilassen, ohne mir einen Schabernack anzutun. Ich griff mir wütend ans Ohr, klaubte den Hut vom Straßengraben auf und setzte meinen Weg fort. Unten bei St. Hanshaugen begegnete ich einem Mann, der mir sagte, daß es vier Uhr vorbei sei.

Vier Uhr vorbei! Es war schon vier Uhr vorbei! Ich schritt aus, der Stadt und der Redaktion zu. Der Redakteur war vielleicht schon lange dagewesen und war wieder fortgegangen. Ich ging und sprang, stolperte, stieß gegen Wagen, ließ alle Spaziergänger hinter mir, nahm es mit den Pferden auf, mühte mich ab wie ein Verrückter, um noch rechtzeitig hinzukommen. Ich wand mich beim Tor hinein, nahm die Treppe mit vier Sätzen und klopfte an.

Niemand antwortet.

Er ist fort! Er ist fort! denke ich. Ich versuche die Türe zu öffnen, sie ist nicht verschlossen, ich klopfe noch einmal an und trete ein.

Der Redakteur sitzt an seinem Tisch, mit dem Gesicht gegen das Fenster und die Feder in der Hand, bereit zu schreiben. Als er meinen atemlosen Gruß hört, dreht er sich halb um, sieht mich kurz an, schüttelt den Kopf und sagt:

Ja, ich habe noch keine Zeit gehabt, Ihre Skizze zu lesen.