Ich war bereits ein Stück weit die Straße hinuntergekommen, als er mir wegen des Päckchens nachrief.

Behalten Sie es, behalten Sie es! antwortete ich; es sei Ihnen wohl vergönnt. Es sind nur ein paar Kleinigkeiten, eine Bagatelle — ungefähr alles, was ich auf Erden besitze. — Und ich wurde über meine eigenen Worte gerührt, die in dem dämmernden Abend so trostlos klangen, und ich fing zu weinen an.

Der Wind frischte auf, die Wolken jagten rasend am Himmel dahin, und es ward kühler und kühler, je mehr es dunkelte. Ich ging und weinte die ganze Straße hinab, fühlte immer mehr Mitleid mit mir selbst und wiederholte viele Male ein paar Worte, einen Ausruf, der abermals die Tränen hervortrieb, wenn sie aufhören wollten: Herr, mein Gott, wie schlecht es mir geht! Herr, mein Gott, wie schlecht es mir geht!

Es verging eine Stunde, verging so unendlich langsam und träge. Ich hielt mich eine Zeitlang in der Torvstraße auf, saß auf den Stufen, schlüpfte in die Torwege, wenn jemand vorbeikam, stand da und starrte gedankenlos in die erleuchteten Krämerläden, in denen die Leute mit Waren und Geld umherhuschten; zuletzt fand ich einen geschützten Platz hinter einem Bretterstapel zwischen der Kirche und den Basaren.

Nein, ich konnte heute abend nicht mehr bis zum Wald kommen, gehe es, wie es wolle, ich hatte keine Kräfte dazu, und der Weg war so endlos lang. Ich wollte die Nacht herumbringen, so gut es ging, und bleiben, wo ich war; wurde es zu kalt, konnte ich ein wenig um die Kirche gehen, ich hatte nicht vor, mehr Umstände damit zu machen. Und ich lehnte mich zurück und schlief so halb und halb ein.

Der Lärm um mich her nahm ab, die Läden wurden geschlossen, die Schritte der Fußgänger klangen seltener und seltener, und nach und nach wurden alle Fenster dunkel....

Ich schlug die Augen auf und wurde eine Gestalt vor mir gewahr; die blanken Knöpfe, die mir entgegenleuchteten, ließen mich einen Schutzmann ahnen; das Gesicht des Mannes konnte ich nicht sehen.

Guten Abend! sagte er.

Guten Abend! antwortete ich und erschrak. Verlegen erhob ich mich. Er stand eine Weile unbeweglich da.

Wo wohnen Sie? fragte er.