Setzen Sie sich, wiederholte er.

Und ich setzte mich und erklärte, daß ich wieder einen Artikel habe und daß es mir sehr am Herzen läge, ihn in seinem Blatt erscheinen zu lassen. Ich hätte mir solche Mühe damit gegeben, er habe mich soviel Anstrengung gekostet.

Ich werde ihn lesen, sagte er und nahm ihn. Anstrengung kostet Sie gewiß alles, was Sie schreiben! aber Sie sind eben zu heftig. Wenn Sie nur ein wenig besonnener wären! Zuviel Fieber. Ich werde ihn aber lesen. Und er wandte sich wieder zum Tisch.

Da saß ich. Wagte ich, um eine Krone zu bitten? Ihm zu erklären, weshalb alles Fieber war? Dann würde er mir sicher helfen; es war nicht das erste Mal.

Ich stand auf. Hm! Aber als ich das letzte Mal bei ihm gewesen war, hatte er über Geldknappheit geklagt, sogar den Kassenboten ausgeschickt, um Geld für mich zusammenzuscharren. Das würde nun vielleicht wieder der Fall sein. Nein, das sollte nicht geschehen. Sah ich denn gar nicht, daß er beschäftigt war?

War es sonst noch etwas? fragte er.

Nein, sagte ich und machte meine Stimme fest. Wann darf ich wieder vorsprechen?

Ach, wenn Sie einmal vorbeikommen, antwortete er, in ein paar Tagen oder so.

Ich konnte meine Bitte nicht über die Lippen bringen. Die Freundlichkeit dieses Mannes schien ohne Grenzen, und ich wollte sie zu achten wissen. Lieber zu Tode hungern. Und ich ging.

Nicht einmal, als ich draußen stand und wieder einen Hungeranfall fühlte, bereute ich es, das Bureau verlassen zu haben, ohne um diese Krone zu bitten. Ich nahm den anderen Hobelspan aus der Tasche und steckte ihn in den Mund. Das half wieder. Warum hatte ich das nicht früher getan? Du müßtest dich schämen! sagte ich laut; konnte es dir wirklich einfallen, diesen Mann um eine Krone zu bitten und ihn wieder in Verlegenheit zu bringen? Und ich wurde richtig grob gegen mich selbst, wegen der Unverschämtheit, die mir da eingefallen war. Das ist bei Gott das Schofelste, das ich je gehört habe! sagte ich; zu einem Mann zu rennen und ihm beinahe die Augen auszukratzen, nur weil du eine Krone brauchst, du elender Hund! So, Marsch! Schneller! Schneller, du Lümmel! Ich will dich lehren!