Haben Sie mittlerweile etwas zum Leben? sagt er.

Nein, antworte ich, das habe ich auch nicht. Ich habe heute noch nicht gegessen, aber....

Gott bewahre Sie, es geht doch unmöglich an, daß Sie hier herumlaufen und verhungern, Mensch! sagt er. Und er greift sofort in die Tasche.

Jetzt erwacht das Schamgefühl in mir, ich schwanke wieder zu der Mauer und halte mich fest, stehe da und sehe zu, wie der „Kommandeur” in seinem Geldbeutel wühlt; aber ich sage nichts. Und er reicht mir einen Zehnkronenschein. Er macht keinerlei Umstände damit, er gibt mir einfach zehn Kronen. Gleichzeitig wiederholt er: es gehe doch unmöglich an, daß ich verhungere.

Ich stammelte eine Einwendung und nahm den Schein nicht sogleich: Es sei schändlich von mir, dies.... es sei auch zuviel....

Beeilen Sie sich nun! sagt er und sieht auf seine Uhr. Ich habe auf den Zug gewartet; aber nun höre ich ihn kommen.

Ich nahm das Geld, ich war lahm vor Freude und sagte kein Wort mehr, ich dankte nicht einmal.

Sie brauchen sich deswegen nicht zu genieren, sagt der „Kommandeur” schließlich noch; Sie können ja dafür schreiben, das weiß ich.

Dann ging er.

Als er einige Schritte weit gekommen war, erinnerte ich mich mit einem Mal, daß ich dem „Kommandeur” für diese Hilfe nicht gedankt hatte. Ich versuchte ihn einzuholen, konnte aber nicht schnell genug vom Fleck kommen, meine Beine versagten, und immer wieder fiel ich schier zu Boden. Er entfernte sich mehr und mehr. Ich gab den Versuch auf, dachte daran, ihm nachzurufen, wagte es aber nicht, und als ich endlich trotzdem Mut gefaßt hatte und einmal, zweimal rief, war er bereits zu weit weg, meine Stimme war zu schwach geworden.