Sie sahen allerlei Neues auf dem Berge, Isak kannte sich in dieser neuen Stadt von Baracken und Wagenschuppen und gähnenden Gruben gar nicht mehr aus. Der Ingenieur selbst führte sie herum. Vielleicht war dem guten Ingenieur zurzeit nicht so ganz leicht zumute, aber er versuchte, der schweren Stimmung, die auf der ganzen Gegend und auf der Gemeinde lastete, entgegenzuarbeiten. Da war nun eine gute Gelegenheit, der Markgraf von Sellanraa selbst und der Kaufmann von Storborg waren auf dem Platze.

Der Ingenieur erklärte die Gesteinsarten: Kies, Kupferkies, der enthielt Kupfer, Eisen und Schwefel. Ja, er wußte bis aufs Tüpfelchen, was der Berg enthielt, er enthielt sogar ein wenig Silber und Gold. Man trieb nicht Bergbau, ohne seine Sache zu können. Aber soll das nun aufhören? fragte Aronsen. — Aufhören? wiederholte der Ingenieur erstaunt. Damit wäre Südamerika nicht gedient. Mit dem Versuchsbetrieb würde nun eine Weile Schluß gemacht, sie hätten ja jetzt gesehen, was vorhanden war, jetzt würde erst die Luftbahn gebaut, und dann erst werde es in dem Gebirge nach Süden zu losgehen. Isak wisse wohl nicht, wo dieser Geißler hingekommen sei? — Nein. — Na, er werde schon zu finden sein. Dann gehe es erst recht im Ernst los. Was, aufhören!

Isak ist in Verwunderung und Bewegung geraten über eine kleine Maschine, die mit dem Fuß getreten wird; er erkennt sofort, was das ist; das ist ja eine kleine Schmiede, die auf einem Karren geführt und überall aufgestellt werden kann. — Was kostet eine solche Maschine? fragt Isak. — Diese? Die Feldesse? Oh, die kostet nicht viel. Sie hätten mehrere solche, aber sie hätten ganz andere Maschinen und Einrichtungen drunten an der See, ungeheure Maschinen. Isak werde wohl begreifen, daß man solchen tiefen Tälern und Abgründen in den Bergen nicht mit Nägeln zu Leibe gehen könne, hahaha.

Sie gehen weiter, und der Ingenieur erzählt, daß er in den nächsten Tagen nach Schweden abzureisen gedenke. — Aber Ihr kommt doch wieder? fragt Aronsen. — Natürlich. Der Ingenieur war sich nichts bewußt, weshalb ihn die Regierung oder die Polizei zu Hause festsetzen könnte. Isak richtete es so ein, daß sie noch einmal vor die kleine Schmiede zu stehen kamen. Wieviel kann solch eine Esse kosten? fragt er. — Kosten. Das wußte der Ingenieur wahrhaftig nicht mehr. Sie kostet ja wohl einiges Geld, aber bei einem so großen Betrieb kommt das gar nicht in Betracht. Der prächtige Ingenieur, vielleicht war ihm jetzt gerade nicht ganz leicht zu Sinn, aber er wahrte den Schein und tat großartig bis zuletzt. Ob Isak eine Feldesse brauchen könne? Dann solle er nur diese nehmen. Seine Gesellschaft sei mächtig genug, sie schenke ihm die Feldesse!

Eine Stunde später wandern Isak und Aronsen wieder nach Hause. Aronsen ist ruhiger geworden und hat ein wenig Hoffnung geschöpft, Isak schreitet den Berg hinunter mit der kostbaren Feldesse auf dem Rücken. Der alte Prahm war es gewöhnt, Lasten zu tragen! Der Ingenieur hatte angeboten, am nächsten Tag das Kleinod durch einen Mann nach Sellanraa zu schicken, aber Isak dankte und sagte, das sei nicht nötig. Er dachte, wie die zu Hause sich verwundern würden, wenn er mit einer Schmiede auf dem Rücken ankam!

Aber es war Isak, der sich verwundern mußte, als er heimkam.

Dort kam gerade ein Pferd mit einer ganz sonderbaren Wagenladung auf den Hof gefahren. Der Kutscher war ein Mann aus dem Dorfe, aber nebenher schritt ein Herr, den Isak verwundert anstarrte: es war Geißler.

5

Isak hätte sich auch sonst noch über das eine oder andere verwundern können, aber er war nicht dazu geschaffen, an viele Dinge auf einmal zu denken. Wo ist Inger? fragte er nur, als er an der Küchentür vorbeikam, denn er dachte daran, daß Geißler ordentlich bewirtet werden müsse.