Aronsen war beim Aufstieg um Sellanraa herumgegangen, er hatte sich nicht sehen lassen wollen, jetzt auf dem Heimweg ging er hinein und hatte eine Unterredung mit Isak. Nein, sagte Isak und schüttelte nur den Kopf. Daran habe ich noch nie gedacht und habe es auch nicht im Sinn. —

Aber als Eleseus zu Weihnachten nach Hause kam, war Isak nicht mehr ganz so ablehnend. Er selbst hatte jedenfalls noch nie so etwas Verrücktes gehört, wie Storborg zu kaufen, dieser Einfall wäre ihm jedenfalls nicht selbst gekommen, wenn aber Eleseus meinte, das Geschäft sei etwas für ihn, dann konnte man sich die Sache ja überlegen.

Eleseus selbst schwankte. Er war nicht dafür, aber auch auch nicht dagegen. Blieb er jetzt zu Hause, so war es gewissermaßen mit ihm aus und vorbei; das Ödland war nicht die Stadt.

Im Herbst, als die Leute aus der Gegend zu dem großen Verhör in der Stadt vorgeladen waren, vermied er es, sich zu zeigen, er hatte keine Lust, mit diesen Dörflern zusammenzutreffen, sie gehörten einer anderen Welt an. Und sollte er nun selbst in diese Welt zurückkehren?

Seine Mutter wollte, man solle kaufen. Sivert wollte auch, daß gekauft werde; die beiden taten sich mit Eleseus zusammen, und eines schönen Tages fuhren alle drei nach Storborg hinunter, um sich dort die Herrlichkeit zu beschauen.

Aber mit der Aussicht, sein Gut loszuwerden, wurde Aronsen sofort ein ganz anderer: er habe nicht nötig, zu verkaufen! Wenn er von hier fortgehe, so könne der Hof einfach liegenbleiben, der Hof sei bom konstant, ein prächtiges Gut, er könne es jeden Tag verkaufen. Ihr zahlt mir doch nicht, was ich dafür haben will, behauptete Aronsen. — Sie gingen durch alle Räume, waren im Stall, im Vorratshaus, sie besahen sich die armseligen Reste von Waren: einige Mundharmoniken, Uhrketten, Schachteln mit rosa Papier, Hängelampen mit Prismen, lauter bei den Ansiedlern unverkäufliche Sachen. Außerdem war noch ein Rest Baumwollstoffe vorhanden und einige Kisten mit Nägeln.

Eleseus spielte sich auf und beschaute alles mit Sachkenntnis. Für diese Art Waren hab' ich keine Verwendung, sagte er. — Ihr braucht sie ja nicht zu kaufen, erwiderte Aronsen. — Aber ich biete Euch fünfzehnhundert Kronen für den Hof, so wie er dasteht, mit Waren und Viehstand und allem zusammen, sagte Eleseus. Oh, es war ihm sehr gleichgültig, sein Angebot war nur ein Spott, er wollte sich aufspielen.

Dann fuhren sie wieder nach Hause. Nein, es wurde nichts aus dem Geschäft. Eleseus hatte Aronsen ein Schandangebot gemacht und ihn damit beleidigt: Ich höre überhaupt gar nicht hin, was du sagst, erklärte Aronsen und duzte ihn, duzte diesen städtischen Springinsfeld, der den Kaufmann Aronsen über Waren belehren wollte. — Soviel ich weiß, habe ich nicht Brüderschaft mit dir getrunken, sagte Eleseus ebenso erzürnt. Oh, das mußte eine lebenslängliche Feindschaft geben!

Aber warum war Aronsen vom ersten Augenblick an so aufgeblasen gewesen und hatte getan, wie wenn er nicht zum Verkaufen genötigt wäre? Das hatte seinen Grund, Aronsen hatte nämlich wieder eine Art Hoffnung.

Im Dorf unten war eine Versammlung abgehalten worden, um den Zustand zu besprechen, der dadurch eingetreten war, daß Geißler seinen Berg nicht verkaufen wollte. Nicht nur das Ödland litt darunter, der ganze Bezirk kämpfte mit dem Tode. Aber warum konnten denn die Menschen jetzt nicht mehr ebenso gut oder schlecht leben wie damals, bevor der Versuchsbetrieb in Angriff genommen war? Nein, das konnten die Menschen nicht! Sie hatten sich jetzt an weiße Grütze gewöhnt und an weißes Brot, an gekaufte Kleiderstoffe, hohe Löhne, ein flottes Leben, ja, die Menschen hatten sich daran gewöhnt, viel Geld zu haben. Doch nun war der Geldstrom versiegt, wie ein Heringszug war er wieder im Meer verschwunden; lieber Gott, was war das für eine Not, was ließ sich da machen?