Oline bleibt den Tag über da. Sie spricht mit Isak und lobt alles, was er getan hat. — Ich höre, du hast nach jeder Richtung hin eine Meile gekauft, hättest du es nicht umsonst haben können? Wer hat es dir mißgönnt?
Jetzt bekam Isak die Lobsprüche, die ihm gefehlt hatten, und er fühlte sich wieder mehr anerkannt und obenauf. Ich kaufe es von der Regierung, antwortet er. — Jawohl, aber sie soll nicht wie ein Raubtier gegen dich sein, diese Regierung. Was baust du? — Das weiß ich noch nicht. Es wird nichts Besonderes herauskommen. — Du schindest dich und baust, du hast gemalte Türen und eine Wanduhr in der Stube, dann baust du wohl eine Großstube? — Ach, spotte nicht! erwidert Isak. Aber es gefällt ihm gut, und er sagt zu Inger: Kannst du nicht ein klein wenig Sahnengrütze für unsern Gast kochen? — Nein, antwortete Inger, denn ich habe erst gebuttert. — Ich spotte nicht, ich bin nur ein einfältiges Frauenzimmer, das Fragen stellt, beeilte sich Oline einzuwerfen. Na ja, wenn es keine Großstube ist, so wird es wohl ein mächtiges Gebäude zu einer Scheune. Du hast Acker und Wiesen, und alles wächst heran, und es ist so, wie es in der Bibel steht, hier fließen Milch und Honig.
Isak fragt: Wie sind die Aussichten heuer in eurer Gegend? — Ach, es geht an. Wenn nur unser Herrgott nicht auch diesmal Feuer drauf fallen und es verbrennen läßt, Gott verzeih mir meine Sünden! Alles steht in seiner Hand und Allmacht. Aber so großartig wie hier bei euch steht es nirgends bei uns, o weit, weit entfernt!
Inger erkundigte sich nach einigen von ihren anderen Verwandten, besonders nach dem Oheim Sivert, dem Bezirkskassierer, der ist der große Mann der Familie, besitzt ein Großnetz und einen Bootsschuppen, er weiß bald nicht mehr, was er mit all seinem Reichtum anfangen soll.
Während dieser Unterhaltung versinkt Isak mehr und mehr in Gedanken, und sein neuer Bauplan ist vergessen. Schließlich sagt er: Nun, da du es durchaus wissen willst, Oline, so ist es eben eine kleine Scheune mit einer Dreschtenne, die ich zu bauen versuchen will.
Das hab' ich mir gedacht, sagte Oline. Rechte Leute pflegen vorwärts und rückwärts zu denken und alles im Kopf zu haben. Hier ist keine Kanne und kein Gefäß, die du dir nicht im voraus ausgedacht hättest. Und mit einer Tenne, hast du gesagt, nicht wahr?
Isak ist ein großes Kind, Olines Lobhudeleien steigen ihm zu Kopf, und er macht sich ein wenig lächerlich. Ja, was das neue Haus betrifft, so soll eine Tenne drinnen sein, das ist meine Meinung und Absicht, sagt er. — Eine Tenne! sagt Oline bewundernd und wiegt den Kopf hin und her. — Ja, denn was sollen wir mit Korn auf dem Acker, wenn wir es nicht dreschen können? sagt er. — Es ist, wie ich sage, du denkst dir alles im Kopf aus, versetzt Oline.
Inger ist wieder unfreundlich geworden, das Gerede zwischen den beiden hat sie wohl aufgeregt, und sie sagt plötzlich: Sahnengrütze — wo soll ich denn die Sahne hernehmen? Gibt es etwa Sahne im Fluß?
Oline weicht der Gefahr aus. Liebste, beste Inger, versteh mich doch recht! Du brauchst dich nicht wegen der Sahnengrütze zu entschuldigen oder auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Wegen einer Person wie ich, die sich nur auf den Höfen herumtreibt!
Isak bleibt noch eine Weile sitzen, dann sagt er: Nein, hier sitze ich und sollte doch Steine zu meiner Mauer ausbrechen. — Ja, zu so einer Mauer wie diese hier braucht man viele Steine! — Viele Steine? erwiderte Isak. Ja, es ist gerade, als wären es niemals genug.