Aber am nächsten Tag lag Geißler lange zu Bett und war schlaff; der Eifer hatte ihn verlassen. Er hatte keine Lust, das Boot droben anzusehen, und nur weil er sich schämte, ging er wenigstens nach dem Sägewerk. Nicht einmal für die Wasserleitung hatte er noch dasselbe Interesse. Als er sah, daß weder Acker noch Wiese über Nacht grün geworden waren, verlor er den Mut; er dachte nicht daran, daß das Wasser immer weiter lief und sich immer weiter ausbreitete. Doch hielt er sich einigermaßen aufrecht, und so sagte er: Möglicherweise kann es bis morgen dauern, ehe du den Erfolg siehst, aber du darfst den Mut nicht verlieren.
Gegen Abend kam Brede Olsen dahergeschlendert. Er brachte Gesteinsproben mit, die er Geißler zeigen wollte. Sie sind meiner Ansicht nach außerordentlich merkwürdig, sagte er. — Aber Geißler wollte Bredes Steine nicht sehen. Treibst du auf diese Weise Ackerbau hier, indem du herumläufst und Reichtümer entdecken willst? fragte er höhnisch. — Brede hatte indes keine Lust mehr, von seinem früheren Lensmann Zurechtweisungen hinzunehmen, er gab es ihm tüchtig heim, fing an, ihn zu duzen, und sagte: Ich kümmere mich nicht um dich! — Du tust ja heute noch nichts Rechtes, treibst nichts als Lappalien, versetzte Geißler. — Und du etwa? sagte Brede. Was hast denn du diese ganze Zeit über getan? Du hast einen Berg da droben gekauft, der gar nichts wert ist und nur so daliegt. Hehe, ja, du bist mir der Rechte, du! — Mach, daß du fortkommst! sagte Geißler. — Und Brede hielt sich auch nicht länger auf, er hob seinen kleinen Sack auf die Schulter und kehrte ohne Abschied in sein Nest zurück.
Geißler setzte sich wieder, blätterte in einigen Papieren und dachte eifrig nach. Es war, als habe er Blut geleckt und wolle nun nachsehen, wie es sich mit dem Kupferberg verhielt, mit dem Kontrakt, der Analyse: es war ja fast reines Kupfer, Schwarzkupfer da, er mußte etwas damit anfangen, durfte nicht wieder zusammenklappen.
Der Grund, warum ich eigentlich gekommen bin, ist, dies hier in Ordnung zu bringen, sagte er zu Isak. Ich habe die Absicht, recht viele Leute hierherzuziehen und droben im Gebirge einen großen Betrieb einzurichten. Was denkst du dazu?
Isak tat er wieder leid, deshalb widersprach er nicht.
Das ist nicht gleichgültig für dich, fuhr Geißler fort. Es kommen dann viele Menschen hierher, und es gibt viel Umtrieb und Lärm und Sprengungen, ich weiß nicht, wie dir das gefallen wird. Aber andrerseits kommt Leben und Bewegung in den Bezirk, und du wirst großen Absatz für die Erzeugnisse deiner Milchwirtschaft bekommen. Du kannst dafür verlangen, was du willst.
Ja, sagte Isak.
Gar nicht davon zu reden, daß du von dem, was aus dem Berg gewonnen wird, hohe Prozente erhältst. Das wird viel Geld, Isak.
Isak antwortete: Ich habe schon zu viel von Euch bekommen ...
Am nächsten Morgen verließ Geißler den Hof und wanderte in östlicher Richtung weiter, Schweden zu. Als Isak sich erhob, ihn zu begleiten, sagte er kurz: Nein, ich danke. Es tat Isak fast weh, als er ihn so arm und allein fortgehen sah. Inger hatte ihm einen prächtigen Mundvorrat mitgegeben, sie hatte sogar Waffeln für ihn gebacken, aber sie waren bei weitem nicht gut genug, er hätte auch noch Sahne in einer Flasche und eine Menge Eier mitnehmen sollen; aber das wollte er nicht tragen. Inger war recht enttäuscht darüber.