Am siebenten Tage hatte er erklärt, daß er in der Küche zu Mittag essen wolle. Der Koch antwortete, er verbiete sich seinen Besuch ganz und gar. Dabei blieb es, Zachäus mußte auch heute sein Essen auf der Pritsche in Empfang nehmen. Er saß ganz verlassen da und krümmte sich vor Langeweile. Jetzt wußte er, daß die Küche leer war, der Koch und seine Gehilfen waren mit dem Mittagessen draußen in der Prärie, er hörte sie mit Gesang und Lärmen ausziehen, um sich über den Eingesperrten lustig zu machen.
Zachäus steigt von seiner Pritsche herab und schwankt hinüber nach der Küche. Er sieht sich um, das Buch und die Zeitung liegen an ihrem Platz, er ergreift die letztere und schwankt wieder zurück in den Schlafschuppen. Dann wischt er die Brille ab und fängt an, die amüsanten, großen Buchstaben in den Anzeigen zu lesen.
Es vergeht eine Stunde, es vergehen zweie, — die Stunden vergingen jetzt so schnell! Endlich hörte Zachäus, daß der Proviantwagen zurückkehrte, und er vernahm die Stimme des Kochs, der den Gehilfen wie gewöhnlich befahl, die Schüsseln und Kummen zu waschen.
Jetzt wußte Zachäus, daß die Zeitung vermißt werden würde, dies war gerade der Augenblick, wo sich der Koch nach seiner Bibliothek begab. Er besann sich eine Sekunde und steckte dann die Zeitung unter den Strohsack seiner Pritsche. Nach einer Weile holt er schnell die Zeitung wieder heraus und bringt sie auf seinem bloßen Leibe unter. Nie im Leben wollte er die Zeitung wieder ausliefern!
Es vergeht eine Minute.
Da nahen sich schwere Schritte dem Schlafschuppen, und Zachäus liegt da und starrt zum Dach empor.
Polly tritt ein.
»Wie geht es zu, hast du meine Zeitung?« fragt er und bleibt mitten in dem Raum stehen.
»Nein!« antwortet Zachäus.
»Ja, du hast sie!« zischt der Koch und tritt näher an ihn heran.