Pavo steht stumm da.
Selbst Pavo, der gewiegte Spieler ist starr vor Staunen. Er sagt kein Wort.
»Was stehst du da!« ruft der Vater aus. »Das Spiel hört ja nicht vor Mitternacht auf, wir haben noch zwei ganze Stunden. Laß uns keine Zeit verlieren.«
Und von dannen ging es.
»Kommen Sie!« sagte der Russe zu mir. »Lassen Sie uns hineingehen. Dort wird sich etwas ereignen.«
Das Spiel war aufgeregter denn je. Wie immer, wenn Mitternacht naht, wurden größere Summen als zu Anfang des Abends gewagt. Der Prinz sitzt noch immer finster und ruhig auf seinem Platz, setzt Geld und gewinnt. Es lagen wohl sechzigtausend vor ihm auf dem Tisch. Er operiert gleichzeitig mit drei Chancen, besorgt alles mit der größten Ruhe, setzt Hände voll Geld, ohne es jedoch zu zählen. Nichts stört ihn, nicht einmal der bleiche, rasende Rumäne, der, nachdem er Dreiviertelstunden regelmäßig und bescheiden gewonnen hat, wieder anfängt zu verlieren. Auch er stapelt sein Geld auf und versucht in jedem freien Augenblick, es zu zählen, es in Haufen zu je eintausend zusammen zu legen, um einen Überblick über den Bestand zu behalten; aber er ist zu unruhig, seine Hände zittern, er muß auch die ganze Zeit hindurch das Rad beobachten, und er giebt es schließlich auf zu zählen. Wie dumm er es macht! Er spielt im Quadrat, belegt vier Nummern, hält ununterbrochen diese Zahlen wie ein trotziges Kind, das nichts aufgeben will. Er würde vielleicht lieber ohne einen roten Heller vom Tische gehen, als diese Chance aufgeben.
Der Prinz wirft einen Blick auf die Thür, als Vater und Sohn wieder eintreten, er macht auch neben sich Platz. Dann setzt er das Spiel kühl und finster fort, völlig kaltblütig. Er scheint sich eines großen Respekts bei den Spielern zu erfreuen.
»Pavo!« sagt der Herr von Sinvara, — »du spielst wie gewöhnlich, was du selber willst. Hier ist Geld. Nicht wahr, du hast am meisten Glück mit Rot, setze also auf Rot.«
Pavo erkundigt sich bei seinem Nachbar, einem alten Militär mit einem Arm, und dieser teilt ihm mit, daß Rot sieben Mal hintereinander herausgekommen ist. Deshalb setzt Pavo auf Schwarz.
»Gerade — vierundzwanzig — siebzehn zu vierunddreißig — Rot!« meldet der Croupier und streicht das Geld ein.