Das Rad dreht sich herum, es saust so leicht und lautlos, zögert bald bei dieser, bald bei jener Zahl, hält endlich an.

»Rot!«

Der Herr von Sinvara springt auf. Er greift sich mit beiden Händen an den Kopf und schreit, stößt einen Ruf aus und verläßt den Tisch.

V

Am nächsten Morgen konnte die Klatschbase von Hoteldiener mir erzählen, daß der Herr von Sinvara am vorhergehenden Abend vierundfünfzigtausend beim Roulette verloren habe. Pavo dahingegen war in sein Zelt zurückgekehrt, er, der Diener, habe ihn bei der Pumpe getroffen, er sei barhäuptig dort gegangen und habe laut mit sich selber geschwatzt oder gepredigt. Übrigens könne kein Priester so predigen wie Pavo, wenn ihm das in den Sinn kam. — »Fliehe das Verderben!« hatte er einmal über das andere ausgerufen. »Wende dem Versucher den Rücken! Gieb ihm deinen Finger und er nimmt dein Herz. Bist du so tief gesunken, daß ich — dein verlorener Sohn — dich warnen muß?«

Pavo hatte wirklich sehr eindringlich geredet, der Diener meinte, er habe sich die Rede eingeübt, die er dem Vater heute morgen halten wollte.

Der durchtriebene Diener steckte seine Nase in alles und wußte überall Bescheid.

»Sie wollen heute abreisen?« sagte er zu mir.

Ich hatte kein Wort davon im Hotel gesagt und auch nicht um meine Rechnung gebeten.

»Woher weißt du das?« fragte ich.