Verloren. Der Rumäne knirscht die Zähne vor Verzweiflung. Der Herr von Sinvara hat einen neuen Einfall. Er richtet sich halb auf seinem Stuhl auf und setzt die höchste Summe auf Null. Niemand folgt ihm mehr, dies verzweifelte Spiel schreckt alle zurück.

»Null!«

In dem Getöse, das jetzt entstand, hörte ich den Rumänen fürchterlich fluchen. Gleich darauf kam Pavo zur Thür herein, von dem Hoteldiener gefolgt, der ihn doch benachrichtigt hatte. Pavo ging gleich auf den Stuhl des Vaters zu; ohne etwas zu sagen, packte er ihn bei der Schulter und schüttelte ihn.

Er sah auf, erkannte den Sohn und ergab sich sofort. Er begriff, daß ihm kein Widerstand half, er war auch zu angegriffen.

»Wie zornig du bist, Pavo,« sagte er nur. Mechanisch zieht er seinen letzten Gewinn ein, sammelt sein Geld und fängt an, seine Taschen zu füllen. Er stopft Gold und Papier zusammen in wilder Unordnung, nimmt dann den letzten Haufen Scheine in die Hand, steht auf und geht mit Pavo.

Der Croupier sieht den Davonziehenden mit wütenden Blicken nach; das Spiel gerät ins Stocken — —

Später erzählt man im Hotel, der Herr von Sinvara habe nicht nur seinen ganzen Verlust am Roulette vom vorhergehenden Abend wieder eingeholt, sondern außerdem noch eine kleine Summe gewonnen. Man nannte siebenhundert als Reingewinn. Ich freute mich im Stillen darüber, ich gönnte ihm den Sieg. Niemand spielte aus ehrlicherem Herzen als er, und nun würde er dem Roulette sicher für ewige Zeiten den Rücken wenden.

VII

Am nächsten Abend war ich reisefertig. Meine Sachen waren nach dem Dampfer hinuntergeschafft, meine Rechnung war bezahlt und alles geordnet. Ich stecke dem Hoteldiener einen Geldschein in die Hand und sage ihm Lebewohl. Er zuckt heftig mit den weißen Augen und fängt an zu weinen. Der arme Teufel küßt mir die Hand.