Und er reichte mir das Geld, wünschte Gute Nacht und ging. An der Ecke sah ich ihn stehen bleiben und der alten, lahmen Bettlerin eine Mark geben.

Er bedauerte am nächsten Abend, daß er mir das Geld nicht zurückzahlen könne. Ich dankte ihm dafür, daß er es nicht konnte. Er gestand offen, daß er es durchgebracht habe.

»Was soll man dazu sagen, Sklavin,« sagte er lächelnd. »Sie wissen: die gelbe Dame!«

»Weshalb nennst du unsere Kellnerin Sklavin?« sagte einer seiner Freunde. »Du bist ja mehr Sklave als sie.«

»Bier?« fragte ich und unterbrach sie.

Bald darauf trat die gelbe Dame ein. F. erhob und verbeugte sich. Sie ging an ihm vorüber und setzte sich an einen leeren Tisch, lehnte aber zwei Stühle umgekehrt dagegen. F. ging sofort zu ihr hin, nahm den einen Stuhl und setzte sich. Nach zwei Minuten erhob er sich wieder und sagte sehr laut: »Gut, ich gehe. Und ich kehre nie wieder zurück.«

»Danke,« entgegnete sie.

Ich fühlte vor lauter Freude kaum meine Füße, lief ans Büffett und sagte etwas. Ich erzählte wohl, daß er nie wieder zu ihr zurückkehren werde. Der Oberkellner ging vorüber; er erteilte mir einen scharfen Verweis, aber ich machte mir nichts daraus.

Als das Lokal um elf Uhr geschlossen wurde, begleitete mich F. bis an meine Hausthür.

»Fünf von den zehn Mark, die ich Ihnen gestern gab,« sagte er.