Nein, ich verkaufe Nähmaschinen.
Ich ziehe die Gebrauchsanweisung hervor und lese, wie wir uns anzustellen haben. Das Mädchen hört lernbegierig zu, sie ist noch ein Kind und ihre dünnen Finger sind von dem Stoff, der abfärbt, ganz blau geworden. Diese blauen Finger sehen so ärmlich aus. Ich hole deshalb den Wein hervor und lade die beiden ein, mit mir zu trinken. Dann nähen wir wieder, ich sitze mit der Gebrauchsanweisung da, und das Mädchen handhabt die Maschine. Sie findet, daß es glänzend gehe und ihre Augen leuchten blank.
Wie alt sie sei?
Sechzehn Jahre. Im vorigen Jahr sei sie konfirmiert worden.
Wie sie heiße?
Olga.
Die Mutter steht da und sieht uns zu und zeigt ebenfalls Lust, auf der Maschine zu nähen, aber so oft sie das tun will, sagt Olga: Paß auf, Mutter, daß du nichts daran verdirbst! Als wir abspulen müssen und die Mutter einen Augenblick das Schiffchen in die Hand bekommt, hat Olga wieder Angst, es könne etwas daran verdorben werden.
Die Frau stellt den Kaffeekessel aufs Feuer und beginnt zu kochen, es wird behaglich und warm in der Stube, diese einsamen Menschen sind sorglos und vertrauensvoll und Olga lacht, wenn ich etwas Komisches über die Maschine sage. Es fiel mir auf, daß keines von ihnen fragte, wieviel die Maschine koste, obwohl sie doch zu verkaufen war, das lag so vollkommen außerhalb ihrer Reichweite. Aber sie fanden es wunderhübsch, sie arbeiten zu sehen.
Eigentlich sollte sie eine solche Maschine haben, die Olga; denn sie stellt sich gut an.
Die Mutter antwortet, sie müsse erst warten, bis sie hinausgekommen sei und eine Zeitlang gedient habe.