Ich warte eine lange Zeit und lausche; ich höre es drinnen rascheln, geöffnet aber wird nicht. Da klingelt es zweimal kurz aus einem der Zimmer zum Portier hinunter. Das ist sie, denke ich, sie ruft dem Mädchen, sie ist unruhig. Ich entferne mich von ihrer Türe, um ihr nicht Unannehmlichkeiten zu bereiten, und wie dann das Mädchen kommt, gebe ich mir den Anschein, als wollte ich hinuntergehen. Ich höre das Mädchen sagen: Ja, es ist das Mädchen. Und höre, wie die Türe geöffnet wird.
Nein nein, sagt das Mädchen wieder, es war nur ein Herr da, der eben hinunterging.
Erst wollte ich ein Zimmer im Hotel nehmen, aber das widerstrebte mir, sie gehörte nicht zu den Frauen, die sich ein Stelldichein mit einem Handlungsreisenden gaben. Als ich zum Portier hinunterkam, sagte ich im Vorbeigehen, daß sich die gnädige Frau offenbar schlafen gelegt habe.
Dann gehe ich wieder hinaus und setze mich in den Wagen. Die Zeit vergeht, eine Stunde vergeht, der Kutscher fragt mich, ob ich nicht friere? Doch ja, ein wenig. Ob ich auf jemand warte? Ja ..... Er reicht mir eine Decke vom Bock herunter, und da er so freundlich ist, gebe ich ihm ein Trinkgeld.
Die Zeit vergeht. Stunde auf Stunde vergeht. Die Kutscher tun sich keinen Zwang mehr an, sondern sagen untereinander, ich ließe das Pferd zuschanden frieren.
Es half wohl auch nichts mehr. Ich bezahle den Wagen, gehe heim und schreibe folgenden Brief:
Ich durfte Ihnen nicht schreiben, würden Sie mir wenigstens erlauben, Sie wieder zu sehen? Ich werde morgen nachmittag um fünf Uhr im Hotel vorsprechen.
Sollte ich eine frühere Stunde festsetzen? Aber das Licht des Vormittages ist so hell. Wenn ich erregt werde und mein Mund zuckt, nehme ich mich wohl schrecklich aus.
Ich brachte den Brief selbst ins Viktoria und ging wieder heim.
Eine lange Nacht. Oh, wie lang waren diese Stunden! Jetzt, da ich schlafen und mich stärken sollte, um für den anderen Tag frisch zu sein, konnte ich es nicht. Der Tag graute, und ich stand auf. Nach einer langen Wanderung durch die Straßen taumle ich wieder heim, lege mich hin und schlafe ein.