Wir fahren Stunde auf Stunde, die Pferde fühlen, daß sie auf dem Heimweg sind und traben unaufgefordert, und da ich keine Fäustlinge habe, werden meine Hände ganz steif um die Zügel. Als wir an einer Hütte vorbeikamen, klopfte die gnädige Frau an die Scheibe, es sei Mittag. Und ganz bleich vor Kälte steigt sie aus.
Wir wollen zu dieser Hütte hinaufgehen und dort essen, sagte sie. Kommen Sie nach, wenn Sie fertig sind, und bringen Sie den Korb mit.
Damit ging sie die Anhöhe hinauf.
Sie will wohl wegen der Kälte in dieser Hütte essen, denke ich; denn sie wird doch wohl keine Angst vor mir haben ..... Ich binde die Pferde an und füttere sie; da es nach Regen aussieht, lege ich ihnen die Öldecken über, klopfe sie schmeichelnd und gehe mit dem Korb zur Hütte hinauf.
Eine alte Frau ist daheim, sie sagt: bitte, komm nur herein! und kocht ihren Kaffee weiter. Frau Falkenberg packt den Korb aus und fragt, ohne mich anzusehen:
Ich soll Ihnen wohl auch heute vorlegen?
Ja, tausend Dank.
Wir essen schweigend. Ich sitze auf einer kleinen Bank bei der Türe und habe meinen Teller neben mir stehen; die gnädige Frau sitzt am Tisch, sieht beinahe die ganze Zeit zum Fenster hinaus und bringt keinen Bissen hinunter. Dann und wann spricht sie ein Wort mit der Frau, dann und wann wirft sie einen Blick auf meinen Teller, ob er etwa leer sei. Die kleine Stube ist so eng, es sind nicht mehr als zwei Schritte von mir bis zum Fenster, so daß wir also trotzdem beieinander sitzen.
Als der Kaffee kommt, habe ich auf meiner Bank keinen Platz mehr für die Tasse, ich sitze da und halte sie in der Hand. Da wendet die gnädige Frau mir ruhig das Gesicht zu und sagt mit niedergeschlagenen Augen:
Hier ist doch Platz.