Die S-Laute in lateiniſcher Schrift.

Zu merken iſt, daß man in lateiniſcher Schrift s für ſ und s ohne Unterſchied, ss für ſſ und ſs für ß anwendet. Statt ſs iſt auch ß zuläſſig[2].

Zusammentreffen dreier gleicher Konsonanten.

In betreff des Zusammentreffens dreier gleicher Konsonantzeichen in zusammengesetzten Wörtern folgt das Wörterbuch der preußischen Regel. Nach dieser schreibt man dennoch, Dritteil, Mittag, Brennessel, Schiffahrt. In allen übrigen Wörtern, in welchen durch Zusammensetzung drei gleiche Konsonanten zusammentreffen, behaupten alle drei ihren Platz; z. B. Betttuch, Schwimmmeister etc. Das bayerische Regelbuch schreibt vor, daß in allen Wörtern, in denen durch Zusammensetzung drei gleiche Konsonantzeichen zusammenstoßen würden, eins auszulassen sei; also z. B. auch Schalloch, Bettuch, Kammacher; aber Rückkehr, Schutzzoll. Bei den geläufigsten derartigen Wörtern ist unter dem Text auf die bayerische Schreibung hingewiesen.

Über die Silbenbrechung.

Über die Silbenbrechung lautet die Hauptregel: Man trennt nach Sprechsilben, nicht nach Sprachsilben, d. h. nach der Aussprache, nicht nach der Ableitung, also z. B. lie- ben, nicht lieb- en, En- dung, nicht End- ung.

Abweichend von dieser Regel werden zusammengesetzte Wörter nach ihren Bestandteilen zerlegt, auch wenn diese Teilung der Aussprache nicht gemäß ist; z. B. war- um, vor- aus, her- ein, be- ob- ach- ten, voll- en- den, Inter- esse, Atmo- sphäre, Mikro- skop, Di- stinktion, Dis- put.

Als besondere Regeln merke man:

1) Steht nur ein Konsonant zwischen zwei Vokalen, so kommt er, wenn nicht, wie in den obigen Beispielen her- ein, Inter- esse etc., Zusammensetzung vorliegt, immer auf die zweite Zeile; z. B. tre- ten, le- sen, nä- hen, bü- ßen.

Die Konsonantenverbindungen, welche nur einen Laut bezeichnen: ch, sch, ph, th, können nicht getrennt werden und kommen daher ebenfalls auf die zweite Zeile; z. B. Bräu- che, lö- schen, Or- thogra- phie; ebenso ist dt zu behandeln, wo es nur einen Laut bildet, z. B. Stä- dte, Verwan- dte.