2) Bei Eigennamen ist es nicht erforderlich, das s des Genitivs durch einen Apostroph abzutrennen; z. B. Ciceros Briefe, Schillers Gedichte, Homers Ilias.
Hingegen wird bei Eigennamen, welche den Genitiv auf s nicht bilden können, das Rektionsverhältnis durch den Apostroph bezeichnet; z. B. Voß’ Luise, Demosthenes’ Reden.
Über das Trema. — Ä, Ö, Ü statt Ae, Oe, Ue.
Schließlich sei noch bemerkt, daß das Trema in der deutschen Schrift nur ganz vereinzelt angewendet zu werden braucht. Es ist überall unzulässig, wo ein Mißverständnis nicht möglich ist. So ist es nie anzuwenden zur Trennung von a und e, o und e, u und e, auch nicht im Anfang groß geschriebener Wörter. Denn da hier der Umlaut nach den amtlichen Regelbüchern statt durch Ae, Oe, Ue nur noch durch Ä, Ö, Ü bezeichnet werden darf, so muß Ae, Oe, Ue stets zweisilbig sein, und es kann z. B. Aeronaut nur viersilbig gelesen werden.
Auch sonst wende man das Trema nur an, wo man glaubt, der unrichtigen Aussprache des Geschriebenen vorbeugen zu müssen, z. B. etwa in Aï (Faultier), nicht aber bei Rhomboid, Atheist, Wörtern, die nicht leicht jemand falsch, d. h. zweisilbig aussprechen wird. Die amtlichen Regelbücher thun des Trema gar keine Erwähnung.
Grammatisches.
Der Wunsch, bei jedem Worte über die Schreibung aller irgend welche Schwierigkeit bietenden Formen desselben Auskunft zu geben, führte dazu, bei ganzen Kategorieen von Wörtern die Anwendung gewisser Regeln auf die bezüglichen Formen durch Anführung der Formen selbst zu veranschaulichen.
Das erschien in erster Linie wünschenswert bei den Wörtern, deren Stamm auf einen S-Laut oder auf sch ausgeht, und zwar nicht nur, weil die Schreibung der S-Laute in den verschiedenen Formen eines und desselben Stammes an sich schon Schwierigkeiten bietet, sondern besonders auch noch, weil das Regelbuch S. 6, § 6,4, Anm. einige Regeln giebt, die von Ungeübten leicht mißverstanden werden können.
Verkürzte Formen von Wörtern, deren Stamm auf einen S-Laut oder sch ausgeht.
Die betreffenden Regeln lauten wörtlich: „Wenn vor dem st der zweiten Person der Vokal fehlt, so schreibt man nach einem vorhergehenden S-Laut oder nach einem sch nur t; z. B. du läßt, wächst, ißt, wäscht, sitzt.