Die Diminutivform ist dem Substantiv in der Regel hinzugefügt, wo die Bildung derselben irgend etwas Bemerkenswertes bietet, also z. B. wenn zwischen Stamm und Endung die Ableitungssilbe el eingeschoben ist (Ding, Dingelchen), wenn Umlaut eintritt, z. B. Ast, Ästchen, oder wenn gegen die Regel der Umlaut unterbleibt, z. B. Frau, Frauchen.
Flexion der Eigennamen.
Da aus Gründen der Raumersparnis nur eine beschränkte Anzahl von Eigennamen aufgenommen werden konnte, so halten wir es für angemessen, die wichtigsten Regeln über die Flexion der Eigennamen hier kurz zusammenzustellen.
— Genitiv.
Eigennamen ohne Artikel, seien es Personennamen oder geographische Namen, bilden den Genitiv durch Anhängung von s; z. B. Hermanns, Berthas, Hessens, Kölns.
Personennamen, die auf einen S-Laut (s, ß, x, z) oder sch ausgehen, nehmen statt des s einen Apostroph an, z. B. Voß’ (Werke), Sokrates’ (Tod), oder die Endung lautet ens, z. B. Fritzens, Maxens, Franzens.
Diese Genitivendung ens ist jedoch fast nur noch bei Vornamen üblich, während man bei Familiennamen sowie bei fremden Eigennamen die Bezeichnung des Genitivverhältnisses durch den bloßen Apostroph vorzieht. Insbesondere vermeide man diese Genitivform bei solchen Familiennamen und fremden Namen, die auf s oder ß ausgehen, weil diese Buchstaben vor ens verändert werden müßten, wodurch der Name etwas Fremdartiges erhalten würde. Man schreibe also: Voß’, Claudius’, Demosthenes’, nicht etwa: Vossens, Claudiussens, Demosthenessens Werke. Dagegen ist zulässig: Horazens.
Die auf ein unbetontes e ausgehenden Personennamen können den Genitiv durch Anhängung von ns bilden, z. B. Amaliens, Goethens.
Ebenso richtig und bei den Familiennamen jetzt üblicher ist die Form mit bloßem s, also Amalies, Goethes.
Daß ein Genitiv auf ens bei Appellativbegriffen unzulässig ist, folgt aus der Beschränkung obiger Regel auf Eigennamen von selbst, mag aber noch besonders hervorgehoben werden, weil in manchen Gegenden Deutschlands falsche Formen, wie Arztens-Witwe, Profossens-Ehefrau etc., nicht selten vorkommen.