In seinen Aussagen erklärte Pascal:

„Als Angestellter der französischen Mission hatte ich verschiedene Arbeiten zu verrichten. Eine Zeit lang wurde ich mit der Dechiffrierung und mit der Redaktion der für die Kommandanten der Mission, die Generäle Lavergne und Niessel bestimmten Berichte betraut. Die französische militärische Mission unterhielt ständig enge Verbindung mit den S.R. Das Ziel der Tätigkeit der französischen Mission in der Periode vom Oktoberumsturz bis zum Brest-Litowsker Frieden war, Rußland zu zerlegen und zu schwächen.

Zum Zwecke der politischen Schwächung teilten die Verbündeten Rußland in Einflußsphären. Frankreich wurde der Süden zugeteilt, die Krim und ein Teil des Kaukasus inbegriffen. Der andere Teil des Kaukasus kam in die englische Einflußsphäre. Repräsentant des Einflusses in der südlichen, Frankreich zugeteilten Sphäre war General Berthelot, der sich damals in Rumänien befand. Zum Zwecke der wirtschaftlichen Schwächung Rußlands hat Frankreich damals die Streiks unterstützt, besonders den Streik der Staatsangestellten und Beamten. Außerordentliche Aufmerksamkeit hat es dem Streik im Kommissariat für die Volksernährung gewidmet. „Dieser Streik,“ erklärte der Chef der Mission, „wird eine große Bedeutung haben.“ Die Streikenden vernichteten alle Vorräte. Moskau blieb ohne Zufuhr von Nahrungsmitteln. Das Geld für die Streikenden gaben die Banken, besonders die Russisch-Asiatische Bank, die ganz unter dem Einfluß der französischen Mission stand.

Die politische Arbeit der französischen Mission leitete der französische Gesandte Noulens. Er hielt sich damals in Wologda auf, wo er den Stab der Konterrevolution schuf. Dort wurde ein genauer Plan einer bewaffneten Eroberung von Sowjetrußland ausgearbeitet. Es wurde beschlossen, die Basis für den späteren Aufmarsch der Konterrevolution an verschiedenen Punkten der Peripherie Sowjetrußlands zu schaffen. Tschechoslowakische, elsässische, serbische, polnische Legionen wurden organisiert. Im Interesse der konterrevolutionären Arbeit wurden in die größeren Städte Rußlands legale französische Konsuln geschickt. Die Aufstände der Tschechoslowaken und in Jaroslaw wurden unter der aktiven und unmittelbaren Teilnahme der französischen militärischen Mission und des gewesenen französischen Gesandten Noulens entfacht.

Nach dem Aufstand der Tschechoslowaken entfaltete die französische Mission eine noch lebhaftere Tätigkeit. Es wurde ein Plan ausgearbeitet, Moskau in einem engen Kreise zu umzingeln. Man beschloß, Jaroslaw, Nishnij-Nowgorod, Tambow und andere im Kreise um Moskau liegende Städte zu besetzen. Ziel dieser Umzingelung war, Moskau und Zentralrußland zu isolieren, die Zufuhr der Nahrungsmittel zu verhindern und in der Hauptstadt Hungersnot hervorzurufen. Aus diesem Grunde wurden die Aufstände in Jaroslaw, Tambow und anderen Städten angezettelt.

Als die Aktion der Tschechoslowaken und der Aufstand in den Provinzen nicht zum Erfolg führten, ging die französische Mission zu einer anderen Art von Tätigkeit über. Ich selbst habe ein chiffriertes Telegramm gelesen, in dem über Terror gesprochen wurde. Ich kann bestimmt sagen, die französische Mission hat sich mit Aufforderungen zum Terror befaßt. Sie hat darauf spekuliert, der Terror werde blutige Repressalien der Sowjetregierung hervorrufen. Die Repressalien würden die Empörung wecken und so die Zahl der Gegner der Sowjetregierung vermehren. Als ich am zweiten Tag nach dem Attentat auf Lenin in die Mission kam, hat mich der Chef der Mission, Lavergne, mit der Frage empfangen: „Haben Sie gelesen, was sie über uns schreiben? Als ob wir an dem Attentat an Lenin beteiligt wären ...“ Als ich schwieg, sagte General Lavergne: „Ich weiß nicht, wie weit Lockart (der ehemalige englische Gesandte in Moskau) beteiligt ist; ich bin nicht beteiligt.“ Dies sagte er so, daß ich den Eindruck hatte, General Lavergne müsse an dem Attentat beteiligt sein.“

Auf die Frage des Verteidigers Murawjew, welche politischen Ziele die französische Mission verfolgt habe, ob sie die Sowjets stürzen wollte oder für den Kampf mit Deutschland zu gewinnen suchte, antwortete Pascal: „Meiner Ansicht nach war das letzte, eigentliche Ziel der französischen Regierung, die Regierung der Sowjets zu stürzen.“

„Was waren die Pläne der französischen Mission?“ fragte Krylenko den Zeugen.

„Die Sowjetmacht zu stürzen. Zuerst scheinbar eine Koalitionsregierung zu bilden, dann aber sich von den sozialistischen Elementen zu befreien, und eine Kadettenregierung zu bilden.“

„Wie war das Verhältnis der französischen Mission zu den russischen Arbeitermassen?“ ... „Das verächtlichste!“ erwiderte Pascal.