In diesen letzten Schöpferstunden umgeisterten ihn schon Todesgedanken. Sie trieben ihn in Sorgen um das Wohl seiner Familie. Um für sie zu sorgen, bestand er auf der verhängnisvollen Londoner Reise. »Ich erwerbe in England ein gut Stück Geld, das bin ich meiner Familie schuldig,« sagte er zu einem Freunde, »aber ich weiß sehr gut – ich gehe nach London, um da zu sterben – still, ich weiß es.«


Am 7. Februar 1826 trat er die Reise an. In Pelze gehüllt stieg er in den Reisewagen. Und während er in den dunklen Wintermorgen hinausrollte, sank seine Frau in ihrem Zimmer zusammen und schluchzte ahnungsvoll: »Ich habe seinen Sarg zuschlagen hören!«

Dreiundfünfzig Briefe flatterten noch nach Hosterwitz. Und dem grünumbuschten Frieden des stillen Häuschens galt seine Sehnsucht aus der Ferne: »Ich habe wohl schon genug – vielleicht – in Dresden gewiß schon zu viel getan und will mich in Hosterwitz recht strecken und pflegen.«

Er kam nicht wieder.

Abb. 4 Ausblick aus Webers Arbeitszimmer in den Garten und nach der Elbe

Am 5. Juni 1826, acht Wochen nach der Uraufführung des Oberon in London, schloß der vierzigjährige Schöpfer die Augen. Und als er in London schon aufgebahrt lag, ließ eine Freundin, Charlotte von Hanmann, ihren Wagen am Dorfeingange halten und brachte der Frau in Hosterwitz die Todesbotschaft, über der die Verlassene mit einem Schrei zusammenbrach.