Und draußen im Licht, im Sonnenschein, von den Efeugardinen der Laube umrahmt, liegt das Haus, hell, heiter und glücklich.
Abb. 5 Großes Eckzimmer im Obergeschoß
Wein rankt an Spalieren an den Wänden herauf. Blaue Winden blühen zwischen den Reben. Diese Blumentrichter, in deren zartweiße Tiefe violette Saftmale hinabführen, wirken zwischen den flachgeschichteten, silbern überreiften Weinblättern köstlich. Sie erinnern an Becherschalen von hauchdünnem Porzellan. Und die grünen Fensterläden mit den schräggestellten Jalousiebrettchen, die vor den weißgestrichenen Fenstern in das silbergrüne Weingerank zurückgeschlagen sind, vollenden den sommerlich heiteren Eindruck, den das Ganze macht. Es sieht aus, als lupfe das Haus lauter kleine grüne Flügel und schicke sich an, vor Vergnügen am eignen Dasein mal ein bißchen über den Garten hinzufliegen. Und das ziegelbewimperte Fensterauge im altersbraunen Dach zwinkert: ja, los – mal übern Garten hin!
Abb. 6 Treppenflur des ersten Obergeschosses
Der Garten. Er ist gar nicht groß und scheint doch unabsehbar, weil Buschwerk und Hecken seine Grenzen verhüllen, weil man über die Bäume hin und zwischendurch in benachbarte Obstbaumwiesen und Gärtenwildnis guckt und weil die gradlinigen Wege das Gartenstück so geschickt aufteilen, daß sich ein Eindruck von Größe ergibt.
Da durchschneidet ein Weinlaubengang von der Haustür aus den Garten der Breite nach. Sonnenlicht rieselt hindurch und mustert den sauber geharkten Weg mit einem Schattengitter. Der Gang ist kaum zehn Schritte lang. Hinten schließt eine lockere, wandartig verschnittene Buchenhecke den Durchblick ab, sonniger Rasen schimmert hindurch – der Gang scheint in eine grüne Wirrnis zu führen, die gar kein Ende nimmt.
Man tritt aus dem Gang heraus und steht vor einer anderen Laube, die mit ihren gelben Wänden ganz sonnig wirkt. Wilder Wein streckt wippende Ranken herein – eben hissen seine Blätter die köstlichen Likörfarben des Herbstes.