Für mich »Glück ab« zur kühlen Erde, für Sie »Glück auf« zu neuer Tat.
Damit empfehle ich mich Ihnen und verbleibe Ihr
Erdmut Sammetwühler, Obermullrich.
Der betende Berg
Von Edgar Hahnewald
Blickt man von den Dresdner Elbhöhen aus auf das Bergpanorama, das an klaren Tagen über der linkselbeschen Hügelterrasse aufsteigt, so erhebt sich zwischen dem langhingestreckten Schneeberg und dem energisch aufgebauten Geising ein kleinerer, aber auffällig geformter Berg in der Gestalt eines Reitsattels.
Auf der Karte steht er als Spitzberg verzeichnet – diese Benennung stimmt für die Nähe. Allgemein aber trägt er den Namen Sattelberg – und dieser umschreibt sein Bild aus der Ferne.
Er erhebt sich auf tschechoslowakischem Gebiet dicht hinter der sächsischen Grenze, die fast noch seinen Fuß berührt. Seine Höhe verzeichnet die Karte mit 719 Metern. Über das ihn umgebende Bergland ragt er jedoch nur als zackige Kuppe hinaus, sodaß, wenn man vom Städtchen Gottleuba aus zu ihm aufsteigt, er erst aus nächster Nähe wieder sichtbar wird.
Daher mag es geschehen, daß der Berg auch sonst ein wenig aus der Sicht tritt. Er ist Ziel und Gipfel des Tages, aber man weiß: der Weg dahin ist bequem und nicht weit. Und Gottleuba lohnt einen kleinen Aufenthalt, der ohnehin unumgänglich ist, da man sich in diesen Zeiten schärfer gezogener Grenzen im Rathause einen Grenzausweis ausstellen lassen muß.