Von Jägerey Bedienten:
Der Oberjägermeister Herr Loth. von Bomsdorff auf Medingen, der Oberforstmeister Herr Wolff Siegm. von Pflug, der Pirschmeister Herr Johann Georg Sittich, der Wagenmeister Herr Christian Angermann.
Von Steinmetzen, Maurern und Zimmerleuten:
Nikolaß Sauter, Hofsteinmetz, Andreas Hoffmeister und Jakob Richter, beyde Hofmaurermeister, Caspar Hempel, Jägermaurermeister, Matthes Schumann, Hofzimmermeister, Michel Fuchs, Jagtzimmermeister.
Von Bau-Ambts Bedienten:
Der Oberlandbaumeister Wolff Caspar von Klengel auf Radeburg und Nauendorff, welcher zu itztgedachten Löwen Hause die invention gegeben und der Landbaumeister Johann Albert Eckart, welcher gedachtes Gebäude fortstellet.«
Neubauten entstanden noch 1720, 1722, 1723. Im Jahre 1740 kam der 90 Ellen lange und 14 Ellen breite englische Hundestall hinzu. 1743 beantragte der Oberhofjägermeister Graf Wolffersdorf den Bau eines Stockwerks auf das große Vordergebäude des Jägerhofes als Dienstwohnung für sich und erbot sich, die Baukosten von 10 000 Talern gegen ratenweise Rückzahlung vorzuschießen. Das Bauholz wurde der Heide entnommen. Nach einem Plan, der die Lage des Jägerhofes ums Jahr 1750 zeigt, enthält dieser folgende Gebäude und Plätze: Der Jägerhof, ein freier Platz, auf dem Wassertröge für die Hunde und einige große Linden standen, wurde umsäumt nach Westen von dem langen und alten Zeughaus, das nach Süden in das Hauptgebäude nach der Straßenfront zu überging, dasselbe enthielt im Parterre die englischen Hundeställe, darüber war der große Jägersaal. Im Parterre waren noch die Reise- und Jagdwagen untergebracht. In dem anschließenden westlichen Flügel war die Pirschmeisterwohnung. Auf der anderen Seite des Eingangstores war das vordere hohe Zeughaus. Der Jägerhofplatz wurde nach Norden abgeschlossen durch das Wildbretgewölbe, den Hundezwinger und das Jägerwirtshaus. Hinter diesem Gebäudeblock war zunächst das hohe Zeughaus, von ihm durch einen schmalen Gang getrennt die Gebäude für die wilden Tiere: die sogenannten Affenstuben, Tiger- und Löwenfänge und die Wohnung für den Löwenwärter. Die ganze Anlage hieß das Löwenhaus, zu dem noch ein großer freier Platz gehörte. Gleich neben dieser Anlage befand sich der Bärengarten mit dem Bärenfang. Der Bärengarten wurde nach Süden von einem Wagenschuppen, nach Westen vom sogenannten Winterlager und nach Norden von den Ställen für die Kommissariatspferde abgeschlossen. Weitere Plätze waren noch der Jagdzimmerhof, Jagdröhrenhof und Auslaufplätze für die Hunde.
Es liegt auf der Hand, daß bei so einer großen Anlage fortwährend kleinere Umbauten, Reparaturen usw. sich nötig machten, daher man auch besondere Handwerker anstellte, z. B. Jagdtischler, Jagdschlosser, Jagdglaser. So z. B. wurden 1728 vier Fänge neu gemacht für das Löwenhaus. Der vom Zimmermeister Johann Breißner gemachte Anschlag von 119 Taler 23 Groschen 3 Pfennig wurde vom damaligen Landbaumeister Pöppelmann geprüft und auf 107 Taler 2 Groschen herabgesetzt. Die Glanzzeit des Jägerhofes fällt entschieden in die erste Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, aber auch schon Mitte des siebzehnten Jahrhunderts waren die Hundeställe und Menagerie gut besetzt, wie aus einem Bericht aus dem Jahre 1654 hervorgeht. Es kamen nämlich wegen einer Auseinandersetzung in der Jülich-Hatzfeldschen und Erfurtischen Sache auf Veranlassung des Kurfürsten Johann Georg I. der Dr. Georg Franzke, Fürstl. Sächs. Geh. Rat und Kanzler zu Gotha, und Dr. Rudolf Wilhelm Krauße, Fürstl. Sächs. Konsistorialrat zu Weimar, nach Dresden und besuchten außer andern Sehenswürdigkeiten auch das Jagdhaus in Altdresden. An Jagdzeug ohne Reh-, Wolf- und Hasennetze waren über dreihundert Fuder zu finden, ohne die, die die Kurfürstlichen Forstmeister auf dem Lande hatten. Mit den Netzen konnte man fünfzehn Meilen Weges stellen. Drei große Häuser mit allerhand Jagdzeugen waren vorhanden, in welchen die Wagen vierfach standen.
Über das, was die Zeughäuser des Jägerhofes enthielten, sind wir genau unterrichtet, da aus dem Jahre 1725 ein Inventurverzeichnis, angefertigt vom Proviantverwalter Johann Friedrich Heylandt, vorhanden ist. Es waren vorhanden: 22 Fuder und 2 Tücher, hohe Tücher so grüngefärbete. – 2 Fuder Schuß-Tücher, an 4 Tüchern. – 1 Fuder hohe Zwilligten Tücher, an 5 Tüchern so bey Lustjagen aufm Schloßhofe wie auch im Jägerhofe gebrauchet worden. – 14 Fuder Mittel-Tücher, an 42 Tüchern. – 9 Fuder Schmahle Tücher, an 27 Tüchern. – 1 Quertuch mit dem gemachten Churf. Wappen. – 4 Lauff-Flügel-Tücher. – 6 Fuder dänisches Zeug, an 36 Tüchern, 5 Tücher oder sog. Fußlappen. – 18 Fuder und 1 Gebund Hirschlappen, an 361 Gebunden. – 9 Fuder Fang-Netze, an 25 Netzen. – 1 Fuder Fang-Netze so schwächer, an 13 Netzen. – 2 Krumb-Ruthen-Netze. – 5 Fuder Spiegel-Netze, an 11 Netzen. – 7 Prell-Netze. – 1 Quertuch-Netze. – 3 Rehe-Netzgen, ums Rehehäusgen zu stellen. – 11 Rehe- und Hasen-Netze. – 110 Wolfs-Netze. – 1 Netz in Fuchszwinger gehörig. – 2 Kaninchen-Netze. – 60 Lerchen-Schlebnetze. – 90 Zwilligtne Wagendecken. – 90 Wagen mit zugehörigen Hemmketten und Vorläge-Wangen, Zum Hohen-, Mittel- und dähnischen Tüchern, Lappen und Netzen. – 1 Rock-Wagen. – 1 Wirck-Wagen. – 1 Wagen zur Blauhuts-Mondur. – 1 Wagen mit der Feldschmiede. – 2 Pirsch-Wagen. – 1 Roll-Wagen. – 5 Schirmwagen. – 1 langer Hunde-Wagen. – 4 Wagen zum Hirsch-Kasten. – 1 Wagen zum Rehhäusgen. – 1 Kalesche zur Hirsch- und Schweins-Waage. – 4 eiserne grüngemahlte Gitterwagen vor die Löwen, Tiger und Bäre. – 3 Bären-Wagen [mit denen die im Lande gefangenen Bären aus den an verschiedenen Orten z. B. Hohnstein, Augustusburg befindliche Bärengärten nach Dresden in den Jägerhof transportiert wurden]. – 9 Zeug-Schlitten, worbey das Stellzeug an Forrkeln, Gabeln, Schlegeln, Haarken, Krum-Ruthen, Äxten, Picken, Stickeln, Radehauen, Lampen und Wagen-Winden, desgl. die Bären-, Hirsch-, Sau-, Wolfs-, Lux-, Fuchs- und Haasenkästen, nicht weniger die Schieß- und Hundeschirme, Fürstenhäusergen [aus denen die Fürstlichkeiten bei eingestellten Tagen das Wild beschossen], Fuchsprellen, Wolfs- und Fuchszeugen, Wolfskeulen, Biber- und Fischottergabeln, auch wenn was sonsten zur Jagerey gehörig, wegen dessen Weitläufigkeit, nicht spezificiert ist.