Und so erntete er, der reichen Segen spendete, reichen Dank.
Als der Weltkrieg beendet war, als es galt, die Heimat vor dem Materialismus, der sein widerwärtiges Haupt erhob, zu schützen, wo unser Vaterland mehr Liebe als je gebrauchte, weil es krank und siech war, wo so manches zusammenbrach, was wir dereinst hoffnungsfroh errichtet, war es wieder unser Führer, der rastlos uns zu neuer Arbeit rief.
Und er war tätig bis in die letzte Zeit, wo seine Kräfte anfingen, nachzulassen, wo er Anrecht hatte, vom Schaffen auszuruhen. Er tat es nicht, der Nimmermüde, da er selbst seine Aufgabe nicht erfüllt sah. Nun hat ihn der Tod in die ewige Heimat gerufen und seiner Arbeit ein Ende gesetzt.
Aber eins wissen wir. Uns ist er nicht gestorben, uns lebt er weiter. Und wir wissen noch mehr. Wenn wir Alten ihm folgen werden, treten die Jungen, die mit uns schon jetzt am gemeinsamen Werk arbeiteten, in unsere vordersten Reihen, denn unsre heilige Sache ist nicht an Personen gebunden. Sie wird uns stark machen, das Lebenswerk des Heimgegangenen zwar nicht zu vollenden, aber weiterzuführen: denn vollenden kann es ja niemand in der sich ewig neugestaltenden Welt, die nicht alt wird wie wir Menschen, sondern jung bleibt. Aber die Liebe wird nimmer aufhören, die dem Menschen mit seiner Heimat verbindet.
Und das ist unser Trost und unser Glaube. Nun gilt es Abschied nehmen von unsrem Freunde. Noch einmal sagen wir unseren Dank. Wir geloben, wir Alten und wir Jungen, weiter zu wirken und zu schaffen im Dienste seines Heimatschutzes. Und dies Gelöbnis, lieber Karl Schmidt, ist unser Dank, und so wirst du in uns und in späteren Geschlechtern weiterleben.
Gedächtnisrede
Von Pfarrer W. Hoffmann, Chemnitz
Müder Glanz der Sonne,
blasses Himmelsblau,
von verklungner Wonne