O Frede, über Frede,

Ihr Nubbern kummt und hirt,

Wos jetzt ei unsrer Hede

Fer Wunnerding possiert.

Do koam dohar a Ängel

Zu huher Mitternacht,

Ha sung wuhl a Gesängel,

Doaß ’s Harz an Leibe lacht.

Der Spruch wurde 1753 erstmalig gedruckt und gehört dem kurzen Spiel »Vom guten Hirten« an, das in das Christgeburtspiel aufging. Das zur Einheit verschmolzne Nordlausitzer Advent- und Christgeburtspiel ist verhältnismäßig personenreich. Nach dem Schäfermädchen treten Maria und Joseph auf, Maria im langen Rock, das Gesicht mit weißem Tuche verhangen, Joseph in langen schwarzen Hosen, Hemdärmeln, Schnurrbart, Halbzylinder, Stock, Quirl, Töpfchen in der einen Hand; in der andern trägt er mit Maria die Wiege, in der das Jesulein als Puppe liegt. Die Melodie ihres Eingangsliedes klingt an alte kirchliche Tonarten an:

Guten Abend, guten Abend, wir geben euch Gott,