Landesgemeinde nennt sich das Tal.
Am vorderen Floßteich steige ich empor und wandere auf halber Höhe durch den Bergwald mit seinen ergreisten Fichten und altersgrauen Buchen.
Drunten im Tale herrschte einst zur Schneeschmelze und im Herbste reges Leben. Holzflößer waren tätig. Sie flößten auf dem Wasser die gefällten Klötzer zur weißen Elster.
Bis vor zwei Jahren war aus jenen Tagen nur der vordere Floßteich übriggeblieben. Von dem mächtigeren hinteren Floßteich jedoch zeugte nur noch ein breiter Damm, über welchen der Weg nach Klingental führt. Über den einstigen Teichgrund teppichte saftiges Wiesengras.
Vielen Bemühungen der vogtländischen Gebirgsvereine und der tatkräftigen Förderung des Herrn Forstmeisters Müller in Erlbach gelang es, den hinteren Floßteich wieder zu schaffen.
Abb. 2 Erlbach i. Vogtl. Floßteich im Landesgemeindetal
(Phot. Franz Landgraf, Zwickau i. Sa.)
Endlich liegt er vor mir in der Tiefe, der kleine Gebirgssee, der wohl weit und breit in seiner landschaftlichen Schönheit seinesgleichen sucht.
Märchenhaft, am Ende des Landesgemeindetales, in einem Bergkessel kräuselt sich im leichten Winde die glänzende Wasserfläche. Ausgedehnte Fichtenwälder schauen neugierig hinein und wachsen im Spiegelbild schier unergründlich in die Tiefe. Kein Menschenlaut, kein Hupenton stört die Gottesweihe, die über den Wipfeln liegt, und aus entschwundenen Tagen tauchen Sagen und Erzählungen empor, deren Gestalten um diesen Bergsee geistern.
Ich träume hinein in die Zeiten, und suche dort die geschäftigen Flößer!