Fußnoten:

[3] Vgl. Martin Sommer, Beitrag zur petrochemischen Kenntnis des Lausitzer Granitmassivs. Berichte über die Verhandlungen der Kgl. Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig 1915 Bd. 1. S. 117 ff.

Weihnachten im Landesmuseum für Sächsische Volkskunst

Von O. Seyffert

In der Weihnachtszeit hat unser Museum seine festlichen Tage. Die langen Reihen seiner Fenster leuchten abends hell in den Schnee hinein und wetteifern mit den Lichtern des nahen Zirkus. Dunkel, fast unheimlich, liegt der große Steinkasten, das Finanzministerium, ihm gegenüber. Und noch ein zweiter, ungewohnter Anblick wird der staunenden Nachbarschaft zuteil. Aus den Feueressen des Jägerhofes kringelt sich tagsüber blauer Rauch. Der wackere Heizer des Zirkus hat auch hier seines Amtes gewaltet und versorgt emsig und mit sicht- und fühlbarem Erfolge die zwei Gebäude, eine Bildungs- und eine Vergnügungsstätte.

Tausende pilgern in diesen Tagen zum Landesmuseum. Das lohnt sich aber auch.

Hier stehen überall geschmückte Weihnachtstannen, die aber eigentlich Fichtenbäume sind. Im Erzgebirge, in den Pfaffrodaer Waldungen, ist ihre Heimat. Ihr Christbaumschmuck ist durch öffentlichen Wettbewerb gewonnen. Volksschulen, die Akademie für Kunstgewerbe, Männer und Frauen haben daran teilgenommen. Wir wollen die Volkskunst nicht als antiquarischen Begriff ansehen. Sie soll, mehr als bisher, wieder in die Familien und überall hindringen und hier Glück schenken. Unser alter Grundsatz ist: Ein Menschenkind, daß sich seine Feste selber schafft, ist reich, und arm, ganz arm ist dasjenige, das sich alles kaufen muß. Wohl kann man sich Vergnügungen erkaufen, Feste aber, die den inneren Menschen angehen, muß man sich selbst gestalten. Weihnachten muß ein solcher Tag sein. Kein Volk auf der weiten Erde hat es so zu einem Feste aller Feste emporwachsen lassen, wie das deutsche, kein Volk empfindet es so heimatlich innerlich, wie das deutsche. Freilich, viele glauben, mit einem Gänse- oder Hasenbraten, mit »selbstgebackenen« Stollen ist eine würdige Feier gewährleistet. Wer Geld hat, kann ja nach uraltem Gebrauch auch des Magens gedenken. War doch bis in das Mittelalter es also zur Jahreswende üblich, begingen doch auch unsre Vorfahren, die alten Germanen, in dieser Zeit ihre reichlichen Gelage, die sie den Toten zu Ehren gaben.

Der lichterstrahlende Weihnachtsbaum ist der Mittelpunkt des Christfestes geworden.

Er ist aber noch nicht alt – in Deutschland finden wir urkundlich die ersten Nachrichten über ihn im siebzehnten Jahrhundert. Aber ist die Sitte deshalb etwa weniger schön, weil sie nicht urgermanisch ist, wie so viele denken? Kann nicht jeder Tag etwas Wundersames hervorbringen? Die Welt wäre ja entsetzlich arm, wenn dies nicht der Fall wäre.