Nun ein Wort über unsre Ausstellung.

Abb. 1 Selbstgefertigter Christbaumschmuck aus buntem Glanzpapier

Da gab es einen Baum, über und über mit rotglühendem Schmucke besäet, da hatten kleine Mädchen allerhand goldglitzernde Gebilde aus Papier gezaubert, da waren Glöckchen und Rosetten aus bunten Hobelspänen, die von einer Werkstatt erzählten. Dort leuchtete strahlend ein Transparent, aus dem die dunkelgrüne Fichte wuchs. Dort hatten fleißige Kinder viele kleine, grellfarbige Häuschen aus Glanzpapier verfertigt. Das war echte, rechte Freude, das sah überaus lustig aus! Und wenn nach dem Feste die Häuslein vom Baume genommen wurden, da konnte man mit ihnen eine große Märchenstadt erbauen und darinnen spazieren gehen und noch im Sommer von der schönen Weihnacht träumen. Aber noch buntere, noch reichere Fröhlichkeit strahlte der große Baum im Volkstrachtenraum aus. Den hatte ein Vater mit seinen artigen Kindern ersonnen. Hier war ein ganzes Bilderbuch lebendig geworden. Goldne Glocken, allerhand Getier, Kometen mit silbernem Schweif, Trompeten, Schaukelpferdchen, Monde und Sterne – ich kann die vielen Dinge wahrlich nicht aufzählen – hingen an den grünen Zweigen. An dieser Kinderherrlichkeit konnte ich mich nicht satt sehen, es gab immer neue Überraschungen. An einem andren Baume funkelten feierliche Sterne. Da dachte man, die seien alle vom Himmel gefallen und just auf den Weihnachtsbaum. Und in der Großschönauer Damastweberstube hatten sich weiße Schneeflocken und Eisgebilde ein Stelldichein gegeben. Sie waren wohl erst unentschlossen durch die Winternacht getaumelt und hatten sich dann auf dem Baum herniedergelassen. Wer aber genauer hinsah, entdeckte, daß es allerhand kunstreich zusammengelegte weiße Papiersterne waren.

Abb. 2 Selbstgefertigter Christbaumschmuck aus Papier und Hobelspänen

Und nun die Pfefferkuchen!

Auch sie waren besonders entworfen und mit süßem Zuckerguß versehen worden. Als Gegenbeispiel wirkten die mit aufgeklebten Bilderzierat versehenen. Ein Junge fragte: »Nicht wahr, beim Essen muß man das Papier wieder ausspucken?« Ein besseres Urteil können wir auch nicht abgeben. Kleine Krippen und allerhand Christbaumgebilde, von sinniger Hand gemeistert, zeigten reiche Gestaltungsfreudigkeit.

Wir bringen in unsern Bilderbeilagen einige Proben. Vielleicht geben sie Anlaß, daß zur nächsten Weihnacht fleißige Kinder sich regen werden und vielleicht schickt uns dann der oder jener kleine Freund einige Beispiele seiner Kunst. Es braucht wahrlich nicht etwas ganz Neues zu sein. Weihnachten ist keine Messe, wo man immer nach den »neuesten Schlagern« sucht.

Und zwischen den Bäumen erzählten Pyramiden von alten Sitten oder von unserm Erzgebirge, wo sie jetzt noch heimisch sind.