Es ist eine bekannte Tatsache, daß unser Wildstand zurückgeht. Hiervon sind auch unsre Waldhühner betroffen: Auer- und Birkhuhn, und zwar das erstere in höherem Grad als das letztere. Nach der Zusammenstellung Heyders in seiner trefflichen Ornis Saxonica (Berlin, Deutsche Ornithologische Gesellschaft), sind die Hauptreviere für Tetrao urogallus L. Elster, das Zittauer Revier, Ober- und Unterwiesental, Antonstal, Raschau, Johanngeorgenstadt, Wildental, Bockau, Reitzenhain, Markersbach, Postelwitz, Mittelndorf. Die Fragekarten, die Heyder an die Forstämter versandte, sind leider nicht alle beantwortet worden (von 71 sind 58 beantwortet). Man muß aber annehmen, daß keine Antwort auf Nichtvorkommen deutet. In den Akten des Hauptstaatsarchivs finden sich nun amtliche Umfragen aus dem Jahre 1727 über das Vorkommen von Auer- und Birkwild aus verschiedenen Teilen Sachsens, die uns zeigen, daß der Auerhahn sich einer viel größeren Verbreitung erfreute als gegenwärtig. (Es sind auch Reviere der Preußischen Provinz Sachsen aufgeführt.) Ebenso ist noch eine Aufzeichnung des Wildmeisters Puttrich aus 1758 über den Bestand der Dresdner Heide vorhanden, aus der das teilweise Vorkommen beider Wildarten in unsrer Heide hervorgeht:

AuerhuhnBirkhuhnRevierRevierverwalter
52642125 Bärenfelsv. Leubnitz
20302335 Schöneckv. Reibold
91812 Grillenburgv. Schmertzing
26591221 CunersdorfKörbitz
134112 LiebenwerdaEnde
699372123 Schlettauv. Beulwitz
44 Augustusburgv. Leubnitz
65177 Altdresdner Heide
1012 LausnitzKönig
1224710 DahlenFreiesleben
In der Dresdner Heide war 1758 nach Wildmeister Puttrich vorhanden:
14Fischhauser Revier
616Bühlauer Revier
414Ullersdorfer Revier
7Langebrücker Revier

Ein Verzeichnis der Oberforst- und Wildmeisterei Bärenfels aus dem Jahre 1735 gibt folgende Zahlen:

I.Amt Altenberg15Auerhähne,13Hennen,3Birkhähne,4Hennen
II.Amt Frauenstein3"5"6"8"
III.Amt Lauenstein10"23"""
IV.Amt Wolkenstein23"46"13"19"

Andre interessante Notizen fanden sich in dem Verzeichnis der zu Dresden-Friedrichstadt 1778 eingebrachten und versteuerten Viktualien; es werden darin aufgeführt:

64Stück Auerhähne und Trappen
1959Stück Birkhühner und Fasanen
12361Stück Repphühner und »Schneppen«
4031Stück Ziemer
1507Mandeln Drosseln
3733Mandeln Lerchen
7611Mandeln »gemeine Vögel«

Im Churfürstlichen Proviant- und Rauchhaus Dresden wurden 1669 zum Räuchern oder Einsetzen u. a. eingeliefert:

4 Schwäne, 65 Auerwildbret, 751 Rebhühner, 20 »indianische Gänse«.

An drei Tagen des Februar 1741 wurden im Großen Garten zu Dresden 700 Fasanen, am 4. Februar 1740 ebenda 500 Stück, am 18. Januar 1729 400 Fasanen erlegt. Der Große Garten diente eben damals mehr jagdlichen Zwecken und hatte einen guten Fasanenstand.

Dr. Koepert.