[2] Von den »Ratschlägen« und der genannten Schrift steht eine beschränkte Anzahl für solche, die der Flurnamenforschung ernstlich nähertreten wollen, unentgeltlich zur Verfügung. Man wende sich deswegen und wegen sonstiger Flurnamenangelegenheiten an Herrn Dr. Beschorner im Hauptstaatsarchiv, Dresden-N., Düppelstraße 14. Das Flurnamensammeln betrieb bisher zusammen mit der Sächsischen Kommission für Geschichte der Verein für sächsische Volkskunde, der seit vorigem Herbste mit unserem Heimatschutzvereine verschmolzen ist. Der Volkskundeverein brachte 1904 in seinen Mitteilungen III. Jahrgang S. 197–248 einen allgemein aufklärenden Aufsatz »Unsere Flurnamen« (als Ergänzung dazu den Aufsatz »Zwei neu entdeckte Flurnamenquellen« Seite 365–369) und berichtete von da ab regelmäßig über die Fortschritte, die das Sammeln der Flur- und Forstortsnamen in Sachsen machte (bis 1921 zweiundzwanzig Berichte). Was gleichzeitig im ganzen deutschen Sprachgebiete geschah, ist genauestens in den acht Flurnamenberichten verfolgt, die das Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine 1904 bis 1923 veröffentlicht hat, beginnend mit dem eingehenden Vortrage »Das Sammeln von Flurnamen« im 52. Jahrgang Spalte 3–18.
Die Bitte um geldliche Unterstützung des großen vaterländischen Unternehmens sei hier nochmals dringlichst wiederholt.
Der Herausgeber.
Weihnachtsdörfer
Von Edgar Hahnewald
Schneeverhüllt liegt Sayda auf der Kuppe. Die Gleise der Kleinbahn enden vor einem verschneiten Prellbock, wie vorgetrieben an eine äußerste Grenze, hinter der es nur noch weiße, einsame Flächen und weiße Wälder im Flockenwirbel gibt.
Die Schneedächer der kleinen Stadt bauschen sich weiß und rein zwischen dem trübgrauen Himmel und den gelblich fahlen Häusern. Lautlos wimmeln die Flocken. Rieselnde Schleier sinken unaufhörlich auf das Städtchen nieder, bis es ganz verhüllt und in der bleichen Schneedämmerung versunken sein wird. Schattenhafte Menschen huschen hinter den Schleiern dahin, ohne Wissen umsponnen von der lautlos sich vollziehenden Verzauberung einer kleinen erzgebirgischen Stadt, aus deren Schornsteinen dünner, durchschneiter Rauch wie entweichender Hauch aufsteigt.
***
Die stallgelben Schimmel traben mit einanderzugewendeten Köpfen vorm Bauernschlitten. Die Schellenbehänge klingeln hüpfend durch die weiße, rauhbereifte Landschaft. Der Kutscher sitzt, in seinen Schafpelz eingeduckt, schräg zum Gespann, um das Gesicht dem schneidenden Winde und dem Schneetreiben zu entziehen. Die Flocken stürzen sich wie kalte, spitze Mücken in die Augen. Bereifte Wälder ziehen als graugrüner Rauch über einsame Schneeflächen.
Dann fällt die Straße ins geschützte Tal. Die Flocken rieseln still. Wie hinter getupftem Mull liegt Schloß Purschenstein zart gelbgrau und weiß inmitten des winterlichen Parkes. Die Flöha rauscht schwarz zwischen weißen Ufern.