Die Sentimentalität, die Zwillingsschwester der Naturschwärmerei fand Eingang. Nun kam das Strohdach zu Ehren, das Bauernhaus – die Milchwirtschaft, die Einsiedelei als bescheiden gezimmerte Hütte im dunklen Grün der Bäume, die künstliche Ruine, zumeist in gotischen Formen, also in den Formen der alten verfallenen heimischen Bauweise, wohl aber auch in klassischem Stil. Der Kampf der Gotik mit dem Klassizismus, der Kampf germanischer und römischer Kunstauffassung, der die Folgezeit erfüllte, begann im Garten sich zuerst auszusprechen.

Deutschland hat, von England beeinflußt, eine ähnliche Entwicklung durchgemacht und Sachsen, das jederzeit in seinen Gartenschöpfungen durch die starken Impulse, die von August dem Starken ausgegangen waren, hervorragendes geschaffen hat, stand auch jetzt nicht zurück. Seine politische Ohnmacht, in die es Brühls Politik geführt hatte, die große Armut, die über das Land kam, war in manchem den neuen Gartengedanken förderlich. Der Geist des Kleinen, Beschränkten, die Sehnsucht nach einer besseren Welt, kurz die Sentimentalität brachte eine Entwicklung, die ihre selbständigen Blüten getrieben hat.

Der Anreiz ging auch hier von den Dichtern und Philosophen aus. Weiße wendet sich gegen Lenôtreschen Stil und dessen Ideale, wenn er singt:

»Der Garten ist sehr schön geschmückt,

Hier Statuen und dort Kaskaden,

Die ganze Götterzunft,

Hier Faunen, dort Najaden,

Und schöne Nymphen, die sich baden.

Und Gold vom Ganges hergeschickt,

Und Muschelwerk und güldne Vasen.