(Prof. Rößler, Dresden)

Abb. 6 Kirche zu Dittmannsdorf bei Flöha

Von sächsischen Burgen sind es zwei ganz besonders, denen das Landesamt in der Berichtszeit seine Fürsorge zuwenden konnte. Die jedem Erzgebirgswanderer wohlbekannte stattliche Burg Scharfenstein ([Abb. 8]) wurde am 2. Juli 1921 leider von einer Feuersbrunst zerstört, der mit Ausnahme des hohen Rundturmes und des Wittwenflügels gerade die architektonisch bedeutsamen Hauptgebäude mit den reichgegliederten gotischen Giebeln zum Opfer fielen. Während des Brandes noch erschienen unter den später angebrachten, von Hitze und Flammen weggesprengten Schalungen prächtige bunte Balkendecken der gotischen Zeit, aber nur, um wenig später gleichfalls ein Opfer des rasenden Elementes zu werden. Die sofort begonnenen Wiederaufbauarbeiten leitete Bodo Ebhardt, und heute steht die schöne Burg wenigstens im äußerlich vertrauten, alten Umriß auf ihrer Bergeshöhe, während das Innere naturgemäß neuzeitlichen Anforderungen angepaßt wurde.

(Phot. Dr. Bachmann)

Abb. 7 Kirche zu Mittweida-Markersbach (Innenansicht)

Eine der größten Burgen Sachsens, die Augustusburg ist lange Zeit hindurch ein rechtes Stiefkind der Pflege heimatlicher Kunstdenkmäler gewesen. So werden gewiß bisher nur wenige Besucher des Schlosses die alten Hasenmalereien haben würdigen können, mit denen Meister Heinrich Göding im Jahre 1572 das sogenannte Hasenhaus auf besonderen Wunsch des Kurfürsten August ausmalte. Sind diese Bilder auch nicht gerade als Dokumente hohen künstlerischen Könnens anzusprechen, so sind sie doch wertvolle Traditionen des Gefühlslebens ihrer Entstehungszeit. Sie blieben ungepflegt und verfielen mehr und mehr, bis ganz neuerdings der neugegründete Museumsverein »Erzgebirgsschau« unter der tatkräftigen Leitung des Schuldirektors Heinicke in Augustusburg sich die oberen Räume des Hasenhauses vom Staate abtreten und für seine Museumszwecke vorrichten ließ. Heute nun stellt sich der Hasensaal mit seinen Nebenräumen den Besuchern der Burg in völlig gewandelter Form vor Augen ([Abb. 9]). Schmuck und sauber sind Wände, Gewölbe und Fußböden und lustig spielen die Hasen in ihren verschiedenen Verkleidungen und Verrichtungen auf den Türsimsen, Kaminen und Wandnischen, von der Hand des Kunstmalers Karl Schulz im Auftrag des Landesamtes sorgsam und wirkungsvoll aufgefrischt. Jetzt erst kann der Beschauer sich wieder ein Bild davon machen, wie es zu Zeiten des Vaters August und der Mutter Anna etwa auf der Augustusburg gewesen sein mag, als in den mächtigen, reich im Renaissancestil umrahmten Kaminen die Eichenknüppel loderten und durch die architektonisch festlich umrahmten Türen Herren und Damen des kurfürstlichen Hofes aus- und eingingen. Noch bleibt der gänzlich verwahrloste ehemalige Fürstensaal liegen, aber auch er soll in Bälde nach dem Willen der Museumsgründer seine Auferstehung feiern. Möge das neue Museum auf seinen weiteren Wegen stets so erfolgreich fortschreiten, wie seine Entstehung in Deutschlands schwerster Zeit durchgesetzt wurde.

(Phot. Hertel, Leipzig)

Abb. 8 Schloß Scharfenstein