Nunmehr trat die Vernichtungskolonne in Tätigkeit.

Wagen fuhren die zur Bodendesinfektion und zum Verbrennen der Rebpflanzen und Rebpfähle nötigen Petroleummengen in Fässern heran, später auch die Schwefelkohlenstoff-Behälter, und es entstand ein oft recht bedeutendes Stofflager in der Nähe des betroffenen Weinbergsgeländes.

Es wurden alsdann im Herde die Rebpfähle gezogen, die Rebstöcke und etwa vorhandenen Bäume herausgehackt, die Zwischenkulturen, meist Erdbeeren, aber auch Gemüse herausgerissen. Alles wurde zu einem Scheiterhaufen geschichtet, der, mit Petroleum besprengt, schließlich entzündet wurde, so daß allenthalben von den Bergen die Rauchsäulen emporstiegen, als Zeichen, daß dort eine hundertjährige Weinkultur mit all ihrem Mühen und Hoffen zu Grabe geleitet wurde ([Abb. 6]).

Aufnahme von Joh. Hartmann

Abb. 7 Bodendesinfektion mit Schwefelkohlenstoff

Dieses Autodafé hat den Herzen der Bewohner und dem Reiz des Landschaftscharakters tiefe Wunden geschlagen.

Der nunmehr von allen Pflanzen geräumte Herd wurde alsdann teils durch Überbrausen, teils durch Eingießen von Petroleum in etwa fünfzig Zentimeter tiefe Löcher desinfiziert. Der später verwendete Schwefelkohlenstoff wurde mit besonderem Apparat dem Boden eingespritzt ([Abb. 7]).

Abb. 8 Verödete Weinberge in Oberlößnitz