Auf einmal fängt die Großmutter aufs neue zu schluchzen an: „Naa, i ko’s net vergessn, was d’ g’sagt hast, wo i dir g’wiß a bravs, rieglsams Wei’ g’wen bin.“

„Stad bist ma!“ erwiderte der Großvater. „Bevor i harb wer’. Dös ko an jedn passiern; geh nur und kaaf du ei!“

Jetzt wurde ich wild, stieß den Großvater mit Füßen, schopfte ihn bei den Haaren und schrie: „Jatz werd’s ma z’ dumm! Jatz laß d’ mei Großmuatta steh, sunst steh i auf und laaf furt und geh zu der Münkara Muatta; da is scheena, da werd net g’strittn und g’greint!“

Darauf mußte sich die Großmutter in die Mitte legen und ich legte mich hinaus. Der Großvater aber lachte: „Geh, schlaf, du Nachtei!“

Am andern Tag in der Früh fragte ich gleich die Großmutter: „Is er dir wieda guat, der Vata?“

„Ja,“ erwiderte sie, „mir san scho guat.“

Aber beim Beten weinte sie wieder wie den Tag zuvor, und so ging es noch drei oder vier Tage fort.

Die Kuh aber hat der Großvater an den Huberwirt verkauft und dafür vom Schneider zu Balkham eine wunderschöne, trächtige heimgebracht.

Damit war der Streit geschlichtet und ich brauchte nicht mehr zu der Münkara Muatta, das heißt zu meiner Mutter in München, zu gehen, die ich übrigens noch nie gesehen hatte und von der ich nur hatte reden hören. Zu dieser Zeit aber kam ein Brief an meine Großmutter, darin die Mutter schrieb, daß sie bald kommen würde, uns zu besuchen.

Da sagte mein Großvater zu mir: „Dirnei, jatz muaßt brav sei, d’ Münkara Muatta kimmt; dö bringt dir ebbas Scheens mit. Bal’ s’ kimmt, na derfst es von der Bahn abholn.“