Demba setzte sich.

»Nun? Haben Sie sich endlich getröstet über unser Pech?« fragte Gegenbauer.

»Unser Pech« hatte darin bestanden, daß Gegenbauer vor einem Vierteljahr bei seinem Rigorosum durchgefallen war. Ihn hatte dieses Ergebnis freilich nicht überrascht, er hatte es immer geahnt, und er gab viel auf Ahnungen, die ihn jedoch in der Stunde des Rigorosums kläglich im Stich gelassen hatten, denn da hatte er keine Ahnung gehabt, was man eigentlich von ihm wissen wollte. Aber Demba, der ihn zur Prüfung vorbereitet hatte, mochte sich den größten Teil der Schuld beigemessen haben und war Gegenbauer einige Monate hindurch beharrlich ausgewichen.

»Nehmen Sie eine Zigarette, Demba,« ermunterte Gegenbauer den Kollegen. »Eine ganz neue Sorte hab' ich da: ›Phädra‹. Kosten Sie einmal, von der algerischen Tabakregie. Meine Cousine Bessy hat sie mir aus Biskra mitgebracht. Mit Lebensgefahr hat sie sie über die Grenze geschmuggelt. Kosten Sie!« –

»Nein. Danke,« sagte Demba.

»Nein. Kosten Sie nur. Mich interessiert, was Sie von der Marke halten. Sie sind Kenner.«

»Danke, ich rauche nicht.«

»Was? Seit wann denn? Sie haben doch immer vierzig Stück im Tag verqualmt?«

»Ich bin verkühlt,« sagte Demba und bekam sogleich einen grausamen Hustenanfall, an dem er unfehlbar erstickt wäre, wenn nicht das Läuten der Türglocke seine virtuose Darstellung der letzten Stunde eines Schwindsüchtigen unterbrochen hätte.

»Jetzt sind sie da,« sagte Gegenbauer.