Georg Weiner wandte sich um.
»Guten Abend, Demba!« sagte er kühl.
»Wohin?« fragte Demba mit klopfendem Herzen.
»In den Residenzkeller!« sagte Weiner.
»In den Residenzkeller? Man ißt gut dort, nicht wahr?«
»Passabel.«
»Vorzüglich ißt man im Residenzkeller!« sagte Demba eifrig. »Es ist möglich, daß ich auch hin komme.«
17
Stanislaus Demba war in gereizter Stimmung, als er die Türe öffnete. Er hatte sich in dem dunkeln Vorraum, durch den man gehen mußte, um in das Extrazimmer zu gelangen, das Schienbein schmerzhaft an einem Stuhle angestoßen. Er trat nicht sogleich ein, sondern blieb in der offenen Türe, halb verdeckt durch einen mit Hüten und Überröcken beladenen Kleiderständer, stehen.
Das kleine Zimmer war überheizt. Das Licht blendete ihn, dennoch sah Demba sofort, daß Sonja nicht da war. Aber ihre Freunde und Freundinnen saßen da, die Menschen, mit denen sie in den letzten Wochen fast immer beisammen gewesen war. Die beiden jungen Mädchen waren Schauspielschülerinnen. Der Tür gegenüber saß Dr. Fuhrmann, ein vierschrötiger Mensch mit dem Gesicht einer verdrossenen Bulldogge und einem Durchzieher auf der linken Wange. Er hatte ein scharfes, durchdringendes Organ, das wie die Hupe eines Automobils klang, man war versucht, eilig beiseite zu springen, so oft er zu reden anfing. An der andern Seite des Tisches, Georg Weiner gegenüber, saß, in eine Wolke von Zigarettenrauch gehüllt und sein ewiges, nichtssagendes Lächeln auf den Lippen, zu Dembas großem Ärger Emil Horvath.